Interview mit zoomsquare

(c) zoomsquare

Nachdem eine Freundin von mir nun schon recht lange eine passende Wohnung sucht und ich aus ihren Erzählungen schließe, dass es genau nur zehn freie Wohnungen am Wiener Wohnungsmarkt gibt, gefällt mir das Konzept von zoomsquare sehr gut. Vom Konzept her ähnlich vieler Meta-Suchmaschinen nur mit besseren Filtern, von der Idee und der Usability her super umgesetzt. 2013 mitbegründet, gibt Christoph Richter uns in diesem Interview ein schönes Beispiel, wie die Anfänge eines mittlerweile erfolgreichen Startups aussehen können.

Kannst du uns das Konzept von zoomsquare erklären?

Kurz gesagt, ist zoomsquare eine Immobilien-Suchmaschine. Wir finden Immobilien, die es am Markt gibt, matchen sie mit den persönlichen Bedürfnissen unserer Nutzer und schicken dann die Links zu den passenden Immobilien direkt auf das Handy unseres Users.

Wie ist eure Idee entstanden und seit wann gibt es euer Startup?

Wir sind seit bisschen mehr als zwei Jahren am österreichischen Markt unterwegs. Der Andi und ich haben unabhängig voneinander Wohnungen gesucht und nachdem das einfach unglaublich mühsam und anstrengend war, haben wir uns überlegt, dass sich da was ändern muss, denn dieser Prozess der Wohnungssuche muss ja auch einfacher funktionieren. Und das war‘s – so ist die Idee zu zoomsquare entstanden! Nachdem wir dann den Markt analysiert haben, ist uns das Potenzial erst so richtig bewusst geworden.

Was würdest du als euren USP bezeichnen?

Wir haben alle Immobilen gelistet, die am Markt online zur Verfügung stehen.

Was hast du vor zoomsquare gemacht?

Vor zoomsquare hatte ich bereits ein anderes Startup. Ich war außerdem bei bwin und derstandard.at beschäftigt und habe dort beim Aufbau mitgeholfen.

Habt ihr euch als Team schon vorher gekannt?

Nein, haben wir nicht. Andi hab ich auf einer Startup Veranstaltung kennengelernt. Er hat gemeint, er würde gerne etwas im Immobilienbereich machen und so waren wir dann zu zweit! Mit den ersten Förderungen, die wir bekommen haben, haben wir das Team auf sechs Personen vergrößert. Mit dem nächsten Investment auf zwölf und derzeit besteht unser Team sogar bereits aus fünfzehn Mitarbeitern.

kahlke
Andreas Langegger, Arne Kahlke, Christoph Richter

Und wie sieht euer Finanzierungsplan aus?

Wir zielen auf ein sehr starkes Wachstum in Europa ab. Spannend an zoomsquare sind die geringen Markteintrittskosten in neue Länder und das man daher mit ganz einfachen Modellen kostendeckend arbeiten kann. Durch eingehende Analysen erhalten wir ein breites Spektrum an Daten. Deren Auswertung ist ein essentieller Mehrwert für uns, da wir in Echtzeit sehen, was gerade am österreichischen Immobilienmarkt los ist. So können wir Trends und ihre Entwicklung erkennen und sofort darauf reagieren.

Was ist dir von der Gründerzeit am ehesten in Erinnerung geblieben?

Die Vielseitigkeit unserer Entwicklung! Es gab und gibt immer noch feine kleine Veränderungen, die wir übers Wochenende programmieren und uns dann im Team anschauen, wie die Veränderungen bei uns in das Gesamtkonzept passen. Und dann sind da diese großen Ideen und Visionen. Diese zu lösen und umzusetzen stellt eine komplexe Herausforderung dar. Diese dann aber in das Konzept zu implementieren und zu sehen, dass sie auch funktionieren, das ist dann ein super Gefühl! Das kann dir niemand mehr wegnehmen! Und genau das bedeutet zoomsquare für mich!

Anfangs haben wir die Programmierarbeit hinter zoomsquare auch sicher unterschätzt. Die Algorithmen, die auf den verschiedenen Seiten die Immobilien heraussuchen, waren sehr schwierig zu programmieren, aber das Wichtigste ist, sie funktionieren. Und wir verbessern unseren Service stetig weiter!

In der Anfangsphase, wie habt ihr euch da finanziert?

Wir haben zu zweit begonnen zu programmieren und wir haben recht schnell eine Förderung von INiTS bekommen. So konnten wir die ersten rechtlichen Fragen klären und auch unseren ersten Entwickler bezahlen. Außerdem haben wir uns lange keine Gehälter ausgezahlt und wir sind auch jetzt noch die billigsten Mitarbeiter der Firma. Und wir haben natürlich auch unser eigenes Geld investiert, vor allem für die Gründung selbst. Später hatten wir das Glück auch zusätzliche Förderungen von FFG und AWS zu bekommen.

Dein Blick in die Zukunft von zoomsquare, was siehst du?

In erster Linie: Expansion. Im Moment sind wir dabei mit zoomsquare den deutschen Markt zu erobern. Ab nächsten Herbst wollen wir dann ca. alle drei Monate in einem neuen Land starten.

Große Pläne, wie schaut dann deine work-life balance aus?

Ist es Arbeit, wenn ich um zehn am Abend auf einer Party mit Startup Kollegen und Freunden über das Business rede? Ich liebe das was ich tue, und lebe dafür! Sicher gibt es Dinge, die ich nicht gerne mache, aber die halten sich wirklich in Grenzen. Natürlich, wenn ich die Zeit überschlage, die ich in zoomsquare investiere, komme ich auf viel zu viele Stunden, aber das ist es auf jeden Fall wert.

Heute ist es noch wichtiger als früher, dass wir den Überblick über das Ganze behalten. Wir unterstützen unser Team so gut wir können. Im Moment verschiebt sich aber unsere Hauptaufgabe weg von den nächtlichen Programmierstunden und hin zu sehr wichtigen strategischen und organisatorischen Prozessen.

Nachdem du jetzt schon einige Zeit dabei bist, welchen Tipp hättest du für ein neues Startup?

Da gäbe es sehr viele, aber die zwei sind sicher wichtig:

Legt einen Fokus! Was benötige ich, um meine Ideen umsetzen zu können und wie komme ich am schnellsten zum Ergebnis.

Und versucht, euer Produkt so früh wie möglich zu verkaufen um es so am Markt zu testen. Dabei geht es nicht um den großen Umsatz, sondern um ein Feedback und eine Evaluation.

zoomsquare_logo_lang_transparent

Anna Ge

Anna Ge

PR und Marketing bei startablish
Anna Ge