Tripbakery soll in der Gruppe reisen einfacher machen

© tripbakery

Eine geeignete Unterkunft für eine große Gruppe zu finden und zu buchen ist nicht so einfach, wie man es sich vorstellt. Jeder, der es schon mal gemacht hat, kennt die Probleme. tripbakery unterstützt Privatpersonen, aber auch B2B- Kunden dabei, unnötigen Stress zu vermeiden. Denn tripbakery kommuniziert direkt mit Hotels und Unterkünften. Ohne unnötige Umwege.

Co- Founder Ajmal Said im Interview mit startablish über die Geschäftsidee, Schwierigkeiten bei der Umsetzung und Zukunftspläne von tripbakery.

Was ist tripbakery genau?

tripbakery ist eine Plattform für Gruppenreisen, die es erstmals ermöglicht Reisedienstleistungen für große Gruppen einfach online zu buchen. Wir sprechen dabei jenes Marktsegment an welches von den großen Online Travel Agencies (Expedia, Booking) nicht bedient werden kann.

Wie lange gibt es tripbakery schon und wie ist die Idee dazu entstanden? Wieso gerade Gruppenreisen?

Die tripbakery hatte ein Vorgängerprojekt: tripcake.com, das Doodle für Reisen. Über dieses einfache Tool konnten sich Freundesgruppen ihren Urlaub organisieren. Um mit tripcake Geld zu verdienen haben wir nach einem Gruppenbuchungstool gesucht, dass sich einfach implementieren lässt. Dabei sind wir darauf gekommen, dass es gar keine Onlinelösung gibt bzw. große Gruppen gar nicht online buchen können. Viele Anbieter, ob Hotels oder Airlines, haben wenn überhaupt ein Onlineformular für Gruppenanfragen, das man bei jedem Anbieter einzeln ausfüllen muss. Bis man dann das passende Hotel gefunden hat, das auch noch verfügbar ist, können Tage vergehen. Wir sind da also eher zufällig drauf gestoßen und es war nicht unbedingt geplant. Wir haben uns dann entschlossen selber eine Buchungslösung für Gruppen zu bauen und daraus ist letztlich die tripbakery entstanden, die als Beta-Version erstmals im Juni 2015 online gegangen ist, wobei wir unseren Relaunch im Juli 2016 hatten.

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Wie habt ihr den Markt analysiert, um festzustellen, ob eine Nachfrage nach eurer Dienstleistung besteht?

Dass der Gruppenmarkt groß ist hatten wir schon aus vielen Gesprächen mit Hoteliers und anderen Touristikern im Rahmen der Recherchen für tripcake erfahren. Leider gibt es zu diesem Segment des Reisemarktes so gut wie keine statistischen Erhebungen, daher lässt sich das immer schwer belegen. Man weiß aber, dass allein in Deutschland jedes Jahr über 100.000 Klassenfahrten, 200.000 Vereinsfahrten und über 400.000 Tagungen und Meetings mit mehr als 10 Personen organisiert werden. Für Westeuropa ist es dementsprechend ein Vielfaches.

Letztlich haben wir uns 2015 gesagt, dass wir es einfach mal probieren die Seite online zu stellen und bei Google zu bewerben um dann zu gucken was passiert. In der ersten Woche haben wir dann ca. 30 Anfragen erhalten mit einem Gesamtvolumen von über 200.000€ und das bei Adwords-Conversions von teilweise 50%. Da wussten wir dann, dass wir einen Bedarf gefunden haben. Und heute bekommen wir im Schnitt über 300 Anfragen pro Monat, wovon ca. 60% valide sind. Bei den validen Anfragen haben wir eine Conversion von 5-10%.

Welches Geschäftsmodell steht hinter eurem Startup? Und wie habt ihr euch bisher finanziert?

Wir erhalten Vermittlungsprovisionen von den Anbietern. Für die Kunden ist das Angebot kostenlos. Finanziert haben wir uns teilweise durch Erspartes, durch Gelder von INITS und durch eine Förderung der Wirtschaftsagentur Wien. Im Februar 2016 konnten wir dann glücklicherweise Pioneers Ventures als (Pre-Seed)-Investor gewinnen. Derzeit arbeiten wir an der nächsten Finanzierungsrunde.

(c) tripbakery
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Was macht eure Zielgruppe konkret aus?

Im Reisemarkt gibt es im Prinzip zwei große Segmente: Leisure und Business. Wir haben tripbakery.com ursprünglich für den Leisure-Bereich konzipiert, also für Schulklassen, Freundesgruppen und Vereine. Es zeigt sich aber, dass immer mehr Firmen bei uns Anfragen insbesondere für Tagungen, Meeting-events aber auch für Incentive Reisen. Da unsere Anfrage-methodik wenig Aufwand und viel individuellen Spielraum für den Kunden zulässt sind die Kunden oft ziemlich begeistert von unserem Service. Das schwierige an unserer Zielgruppe ist, dass sie nicht so einfach zu finden ist. Der effizienteste Kanal ist auf jeden Fall Suchmaschinenmarketing. Über andere Kanäle ist der Streuverlust oft zu groß.

Wieso sollte eine größere Reisegruppe über euch buchen und nicht über einen etablierten Reiseveranstalter?

Als wir angefangen haben, konnte man bei uns alle möglichen Reisedienstleistungen anfragen vom Gruppenflug bis zum Zeltplatz. Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass uns dafür die technische Infrastruktur und die Manpower gefehlt hat, daher haben wir uns auf den Unterkunftsbereich fokussiert. Man muss bedenken, dass bei den meisten Anbietern die Gruppenabwicklung noch immer händisch abläuft bzw. manchmal auch nur per Telefon oder Fax, da muss man sich zunächst auf die Anbieter konzentrieren mit denen die Zusammenarbeit funktioniert. In der Zukunft sollen dann weitere Bestandteile wie Anreise (Bus, Flug) und Aktivitäten (Reiseführer) angefragt werden können. Dafür müssen aber erst die technischen und rechtlichen Vorrausetzungen passen.

Gegenüber etablierten Veranstaltern haben wir natürlich den Onlinevorteil, was bedeutet, dass wir sehr schnell sind und oft auch deutlich günstiger als konventionelle Reisebüros und Reiseveranstalter. Dies hängt zum einen mit unseren geringen Provisionen zusammen aber auch damit, dass wir kein großes Team benötigen.

Was waren bisher die größten Hürden, die ihr überwinden musstet?

Da gab es einige, vor allem ist es aber immer wieder ein Kraftakt Leute von dem Markt zu überzeugen, wenn sie nicht aus der Branche kommen, sei es Investoren oder auch Fördergeber. Große Probleme haben uns auch die rechtlichen Hürden bereitet, die uns im Rahmen des Investments bei der Umwandlung von der OG hin zu einer GmbH in den Weg gestellt wurden. Trotz dieses „Standardprozesses“, hat es fast 6 Monate und knapp 20% unseres Investments gekostet den Deal auf die Beine zu stellen. Das hat uns beinahe in die Knie gezwungen. Daher kann ich nur jedem Gründer raten, das Geld für eine GmbH light schon am Anfang aufzubringen, ansonsten zahlt man später das Doppelte oder Dreifache für die Einbringung.

Wie sehen die Zukunftspläne für tripbakery aus?

Wir arbeiten auf jeden Fall weiter an der Automatisierung der Prozesse, sodass wir in Zukunft auch komplexere Anfragen wie Tagungen, Meetings und Events automatisch abwickeln können. Im Anschluss werden wir den Fokus auf die Anreise legen. Soweit der Plan für 2017. Im besten Fall können wir in der zweiten Jahreshälfte mit der Internationalisierung in Europa beginnen. Wenn alles gut läuft werden wir uns dann 2018 Nordamerika vornehmen.

Welche Tipps würdest du neuen Gründern mitgeben?

Das Wichtigste ist meiner Meinung nach auf jeden Fall durchzuhalten. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die erste Idee die man realisiert gleich das neue Google wird. Aber wenn man anfängt etwas aufzubauen lernt man so viel dazu, man kann einfach nicht verlieren, selbst wenn das Projekt scheitern sollte. Man sollte auch viel mit Leuten über das Projekt reden anstatt ein großes Geheimnis daraus zu machen. Mit jedem mal pitchen und erklären wird man besser und man merkt worauf es ankommt, grade bei Gesprächen mit Investoren wird einem das später dann zu Gute kommen. Im besten Fall sollte man andere Gründer kennenlernen etwa über INITS oder den Gründerstammtisch, da diese den Prozess schon durchlaufen haben oder in einer ähnlichen Lage sind. Dadurch kann man seine Probleme am Anfang reduzieren und auch früher erkennen. Man sollte einfach keine Angst vor dem Scheitern haben, denn selbst wenn alles schief geht sieht es jeder Arbeitgeber positiv, wenn man mal etwas auf die Beine gestellt hat.

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