Steuertipps für Startups

Mit der Gründung eines Startups stehen viele Jungunternehmer vor steuerrechtlichen Herausforderungen. Deshalb hat der StartupLeitner Axelerator, kurz SLAX, eine Initiative von LeitnerLeitner Wirtschaftsprüfer Steuerberater, zehn Tipps für 2016 zusammengefasst.

Franz Haimerl, Initiator des StartupLeitner Axelerators SLAX, meint dazu: „Wir wollen Start-ups auch im neuen Jahr wieder tatkräftig unterstützen und ihnen mit Rat zur Seite stehen. Durch die Steuerreform 2015/16 gibt es Neuerungen, die von Startups positiv genutzt werden können.“ Darüber hinaus sollen  bestehende Standortnachteile gegenüber anderen europäischen Ländern ausgeglichen werden, um den Wirtschaftsstandort Österreich attraktiver zu gestalten.

Neuerungen ab 2016

Abschaffung der Gesellschaftsteuer ab 1.1.2016

Mit der Gründung einer GmbH fallen Kosten an. Unter anderem ist 1% Gesellschaftsteuer vom eingezahlten Kapital abzuführen. Per 1.1.2016 wurde die Gesellschaftsteuer jedoch abgeschafft, was zu einer Stärkung der Eigenkapitalausstattung führen soll.

Forschungsprämie

Unternehmen erhielten bisher eine Forschungsprämie von 10% für Forschungsaufwendungen aus eigenbetrieblicher Forschung vom Finanzamt zurückerstattet. Ab dem 1.1.2016 steigt diese Prämie auf 12% und macht F&E-Vorhaben für Unternehmen noch attraktiver.

Prämienbegünstigt werden Aufwendungen zur Forschung und experimentellen Entwicklung. Das bedeutet, dass sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte und experimentelle Forschung im Produktions- und Dienstleistungsbereich gefördert werden. Dies betrifft auch bestimmte Softwareentwicklungen. Die Forschung muss in einem inländischen Betrieb oder einer inländischen Betriebsstätte erfolgen.

Erhöhung der steuerlichen Begünstigung bei Mitarbeiterbeteiligungen ab 2016

Generell können Beteiligungen am Unternehmen unentgeltlich oder verbilligt an Mitarbeiter abgegeben werden. Dafür steht ein steuerlicher Freibetrag pro Mitarbeiter und Jahr in der Höhe von EUR 1.460,- zu.

Mit 2016 wurde der Freibetrag für Mitarbeiterbeteiligungen von EUR  1.460,- auf EUR  3.000,- angehoben.

Es müssen dabei folgende zwei Kriterien erfüllt werden:

  • Dieser Vorteil muss allen Arbeitnehmern oder einer bestimmten Gruppe von Arbeitnehmern zukommen und
  • Die Beteiligung muss vom jeweiligen Mitarbeiter länger als fünf Jahre gehalten werden

Anschaffung von Elektroautos

Wer über die Anschaffung eines Firmenautos nachdenkt, sollte auch ein Elektroauto in Erwägung ziehen. Denn ab 1.1.2016 sind die Anschaffungskosten von Elektroautos im Gegensatz zu anderen PKW vorsteuerabzugsberechtigt. Der volle Vorsteuerabzug steht bei Anschaffungskosten bis zu EUR 40.000,- netto zu. Der Vorsteuerabzug gilt auch für laufende Kosten im Zusammenhang mit dem Elektroauto.

Achtung: Es ist jedoch eine „Luxustangente“ zu beachten: ein Vorsteuerabzug kann nur für Anschaffungskosten bis EUR 40.000,- voll genutzt werden. Betragen die Anschaffungskosten zwischen EUR 40.000,- und EUR 80.000,-, kommt es nur zu einem aliquoten Vorsteuerabzug. Überschreiten die Anschaffungskosten EUR 80.000,-, entfällt die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges ganz.

Des Weiteren entfällt mit 1.1.2016 der Sachbezug für Elektroautos, die als Dienstfahrzeuge genutzt werden. Als Sachbezug bezeichnet man im Arbeits-, Sozialversicherungs- und Steuerrecht solche Einnahmen aus dem Arbeitsverhältnis, die nicht in Geld bestehen. Der Sachbezug ist ein geldwerter Vorteil, der beim Arbeitnehmer lohnsteuerpflichtig ist.

Hinweis: Dies gilt nur für reine Elektroautos. Hybrid- und sonstige Fahrzeuge sind nicht eingeschlossen.

Registrierkassenprämie von EUR 200,-

Mit 1.1.2016 startet die Registrierkassenpflicht für Unternehmer mit einem Jahresumsatz über EUR 15.000,- und Barumsätzen über EUR 7.500,-. Das gilt, wenn beide Umsatzgrenzen überschritten werden und keine Ausnahmeregelungen zur Anwendung kommen. Zur Losungsermittlung müssen alle Bareinnahmen mit einer elektronischen Registrierkassa, einem Kassensystem oder sonstigen elektronischen Aufzeichnungssystemen einzeln erfasst werden. Für die Anschaffung von Registrierkassen wir eine Prämie in der Höhe von EUR 200,- gewährt.

Hinweis: Wurde bereits im Jahr 2015 in eine Registrierkasse investiert, kann bei der Steuererklärung 2015 eine Prämie in der Höhe von EUR 200,- beantragt werden. Die Prämie wird dem Abgabenkonto gutgeschrieben.

Sozialversicherung

Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage wird im Jahr 2016 EUR 4.860,- brutto pro Monat betragen. Dies entspricht einer Erhöhung von EUR 210,- im Vergleich zum Jahr 2015.

Gutscheine für Mahlzeiten

Gutscheine für Mahlzeiten an Mitarbeiter sind bis EUR 4,40 pro Arbeitstag weiterhin steuerfrei, wenn sie nur am Arbeitsort oder zur Konsumation in einer Gaststätte eingelöst werden. Die Voraussetzung der „nahe gelegenen“ Gaststätte entfällt.

Geringfügigkeitsgrenze

Die Geringfügigkeitsgrenze wird jedes Jahr neu festgelegt. Für das Jahr 2016 liegt sie bei EUR 415,72 monatlich.

Allgemeine Tipps

Umsatzgrenze für Kleinunternehmer

Als Kleinunternehmer gilt umsatzsteuerlich, wer einen Jahres-Nettoumsatz von bis zu EUR 30.000,- erwirtschaftet. Dadurch ist der Unternehmer von der Umsatzsteuer befreit. Bei Inanspruchnahme der Kleinunternehmerregelung darf folglich keine Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden. Gleichzeitig geht der Vorsteuerabzug für alle damit zusammenhängenden Ausgaben verloren.

Hinweis: Oft ist nicht ganz klar, ob die Kleinunternehmergrenze überschritten ist oder nicht. Bei einer GmbH ist der Zeitpunkt der Rechnungslegung relevant. Beim Einnahmen-Ausgaben Rechner ist das Datum des Zahlungseingang bzw Zufluss des Entgelts ausschlaggebend.

Achtung: Beläuft sich der Umsatz knapp an der Kleinunternehmergrenze, sollte rechtzeitig geprüft werden, ob die Umsatzgrenze von EUR 30.000,- netto im laufenden Jahr überschritten wird. Wird die Grenze innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren einmalig um 15% überschritten, ist dies unschädlich.

Ende der Aufbewahrungspflicht aus 2008

Zum 31.12.2015 läuft die siebenjährige

Aufbewahrungspflicht

für Bücher, Aufzeichnungen, Belege und Geschäftspapiere des Jahres

2008

aus. Diese können ab 1.1.2016 vernichtet werden. In folgenden Fällen dürfen Unterlagen jedoch auch nach der siebenjährigen Aufbewahrungspflicht nicht vernichtet werden:

  • Unterlagen betreffend

    Gebäuden

    , für die ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde, sind – aufgrund der Ausweitung des Vorsteuerberichtigungszeitraumes –

    22 Jahre

    aufzubewahren. Unterlagen für Gebäude, für die noch der zehnjährige Berichtigungszeitraum anwendbar ist, sind 12 Jahre aufzubewahren.

  • Unterlagen, die in einem

    anhängigen Beschwerdeverfahren

    von Bedeutung sind;

  • Unterlagen, die für eine allfällige

    zivilrechtliche Beweisführung

    notwendig sein könnten (zB Arbeits- und Bestandverträge, wesentliche Kaufverträge, etc).

  • Im Zusammenhang mit der seit 2012 anzuwendenden Immobilienbesteuerung empfehlen wir eine (unbefristete) Evidenzhaltung der Anschaffungs- und Herstellungskosten von Grundstücken und Gebäuden.

Unternehmensinformation

StartupLeitner Axelerator, kurz SLAX, ist eine Initiative von LeitnerLeitner Wirtschaftsprüfer Steuerberater. Der im Oktober 2015 gegründete Accelerator hilft Jungunternehmen ihre Ideen auf das nächste Level zu heben. Während des intensiven 3-monatigen Programms bieten hochrangige Mentoren und das erfahrene SLAX Kernteam Hands-on Unterstützung in allen Start-up relevanten Bereichen. Des Weiteren bietet das Programm allen aufgenommenen Start-ups exklusive Büroräumlichkeiten und IT-Infrastruktur. Am Ende des Programms haben die Start-ups die Möglichkeit ihr Unternehmen vor potentiellen Investoren zu präsentieren.

Für Fragen zu den oben erwähnten Punkten sowie weiteren steuerlichen Themen steht das Team von SLAX gerne zur Verfügung.

Benedikt Karigl
+43 1 718 98 90-587
[email protected]


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