Startup? – innovative Ideen in Gang setzen

Bei Meldungen und Nachrichten aus der Wirtschaft ist heute häufig von Startups, Startupszene oder Startupförderung die Rede. Doch was genau unter einem Startup zu verstehen ist, wissen nur die wenigsten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Begriff nicht eindeutig definiert ist und unterschiedlich gebraucht wird. Im weiteren Sinne bezeichnen Startups ganz allgemein neu gegründete Unternehmen. Das ist insofern konsequent als das englische “start up” letztlich nichts anderes bedeutet als “gründen” oder “etwas in Gang setzen”. Danach wäre jede Existenzgründung ein Startup.

High Tech und Internet im Fokus von Startups

In der Regel wird der Startup-Begriff aber bei uns etwas enger verstanden. Er wird speziell für junge Unternehmen verwendet, die eine innovative – das heißt neue und einzigartige – Geschäftsidee in die Tat umsetzen und dabei das Ziel verfolgen, besonders schnell zu wachsen und einen hohen Marktwert zu erreichen. Ein neu gegründeter Handwerksbetrieb – zum Beispiel eine Tischlerei oder ein Friseurgeschäft – fällt dementsprechend nicht unter diese Bezeichnung, denn weder ist die Geschäftsidee besonders innovativ, noch wird üblicherweise ein außergewöhnliches Wachstum verfolgt. Auch Franchising-Gründungen gehören nicht dazu, weil sie ein schon bestehendes Geschäftsmodell und -konzept nutzen.

Startups im engeren Sinne finden sich vor allem im Hochtechnologie-Sektor sowie im Bereich E-Commerce und Online-Handel. Die Geschäftsideen und -felder sind dabei äußerst vielfältig. Biotechnologie, Nanotechnologie, Fintech, Software für unterschiedlichste Anwendungen oder neuartige Services und Dienstleistungen sind nur einige Bereiche, in denen typischerweise Startup-Gründungen stattfinden. Oft existiert für die neuen Angebote noch gar kein Markt oder die Produkte und Dienstleistungen müssen erst noch zur Marktreife entwickelt werden. Das erfordert zunächst erhebliche Investitionen, denen erst später Umsätze und Gewinne gegenüberstehen.

Per Definitionem

Der Begriff „Startup“ kommt aus dem Silicon Valley im Norden Kaliforniens in den USA und wurde erstmalig in den Neunziger Jahren verwendet. Unter dem Begriff wurden alle Unternehmensgründungen, die einen komplett neuen Geschäftsbereich aufgebaut haben, verstanden. Die wesentlichen Punkte dieser Definition waren die Entwicklung eines neuen Produktes, einer neuen Technologie oder das Erschließen eines neuen Marktes. Die Pioniere der damaligen Startup-Bewegung, wie beispielsweise Google und Amazon, gehören heute zu den wertvollsten Unternehmen der Welt.

20 Jahre später wurden dem Begriff „Startup“ neue Eigenschaften zugesprochen und er wird von jeder Zeitung, von jedem Unternehmen und jeder Person anders definiert.

Um eine möglichst allumfassende, wenn auch präzise Definition zu bekommen, haben wir unterschiedliche Auffassungen mittels Inhaltsanalyse und Interviews analysiert um die wesentlichen Aspekte, die zu einer einheitliche Beschreibung führen, herauszufiltern und sind zu folgender Definition gekommen:

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Innovativ, Skalierbar, Wachstumsorientiert?

Ziel der

Innovation

ist es auf modernste Technologien und neuartige Geschäftsmodelle zu setzen um neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln und neue Märkte zu erschließen. Anstelle auf erprobte Prozesse, Perfektion und Zeit zu setzen, arbeiten Startups mit hoher Risikobereitschaft, der gleichzeitig aber auch hohe potenzielle Umsätze und Gewinne gegenüberstehen.

Die

Skalierbarkeit

fokussiert sich sehr stark auf das Geschäftsmodell. Wird ein Startup gegründet und stößt es innerhalb kürzester Zeit auf sehr große Nachfrage, dann ist ein skalierbares Geschäftsmodell ein bedeutender Faktor. Das Startup kann durch die Skalierbarkeit relativ einfach und schnell einen größeren Markt, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, bedienen und so schnell neue Umsätze generieren. Die Eigenschaft eines skalierbaren Geschäftsmodells ist somit ein essenzieller Faktor eines Startups.

Die

Wachstumsorientierung

 knüpft direkt an die Skalierbarkeit an. Im Klartext heißt das, dass Startups gezielt skalierbare Geschäftsmodelle erarbeiten um überdurchschnittliche Umsätze und Gewinne in nahezu allen Märkten erwirtschaften zu können.

Riskant, aber auch besonders aussichtsreich

Daraus folgt unmittelbar, dass Startup-Gründungen mit besonders hohen Risiken, aber auch großen Chancen verbunden sind. Nicht wenige Startups haben sich binnen weniger Jahre von Pionieren in ihrem Geschäftsfeld zu etablierten Weltmarktführern entwickelt. Internet-Riesen wie Google, Facebook, Amazon und viele andere sind aus Startups entstanden. Neben etlichen Erfolgsgeschichten gibt es allerdings auch zahlreiche Beispiele für gescheiterte Gründungen.

Ein Grundproblem vieler Startups ist die Finanzierung in der Phase der Marktentwicklung und -erschließung. Wegen des hohen Risikos scheidet die übliche Bankfinanzierung aus, nur die wenigsten Startup-Gründer bringen genug eigenes Kapital für ihr Vorhaben mit. Venture Capital-Gesellschaften und private Investoren stellen hier Risikokapital zur Verfügung. Es gibt auch spezielle öffentliche Förderprogramme für Startups. Oft besteht sowohl bei Gründern als auch bei Kapitalgebern die Absicht, das Startup nach einigen Jahren gewinnbringend zu veräußern bzw. an die Börse zu bringen.

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