Interview mit sircular.rocks

(c) sircular.rocks 

Mit diesem Interview wollen wir mit unserer neuen Kategorie starten, in der wir Startups, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere stehen, die Möglichkeit bieten sich vorzustellen.

Warum starten wir mit den Burschen von sircular.rocks? Ganz einfach, weil wir, eben wie es für die Startup-Szene oft üblich ist, von einer Freundin gehört haben, dass sie jemanden kennt, der mit jemandem befreundet ist, der bei einem Startup mitarbeitet. In unserem Fall war dieses Startup eben sircular.rocks.
Sircular.rocks ist eigentlich eine klassische Geschichte eines Startups, aber mit welcher Motivation die drei Burschen ihren Traum umsetzen, ist bemerkenswert. Hut ab!

Kurz zusammengefasst, um was geht es bei sircular.rocks?

Wir bringen Trendsetter und Lead-User mit den Herstellern von innovativen Produkten zusammen. Die User können die neuen Produkte im Alltag ausprobieren, bevor sie diese kaufen und geben dem Produzenten als Gegenleistung dann ein Feedback auf unserer Seite. Unser Ziel ist es, dass beide Seiten von diesem Konzept profitieren.

Und wie seid ihr zu diesem Konzept gekommen?

Inspiriert hat uns die derzeitige Sharing-Economy. Denn nachdem du das Produkt getestet hast, schickst du es nicht dem Hersteller zurück, sondern gibst es dem nächsten User beziehungsweise einem deiner Freunde weiter. Die Idee die dahinter steht lautet, dass jeder User am besten weiß, wer aus seinem Freundeskreis am ehesten an dem Produkt interessiert sein könnte und genau diesem Freund oder dieser Freundin gibt man das Produkt dann weiter. Dadurch zirkuliert das Produkt herum und wird von den unterschiedlichsten Leuten getestet. Ein weiterer Input für die Idee war die Marketingperspektive. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf Produkte, die brandneu auf den Markt gekommen sind und ermöglichen dadurch Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit ihr Marketingkonzept zu erweitern. Immerhin ist die persönliche Empfehlung von Kunden und Usern für unser Unternehmen echt wertvoll. Denn wie wir schon gesagt haben läuft parallel zum Testen ein Feedback-Prozess, bei dem wir die Daten und Meinungen der User sammeln und dann auf unserer Seite veröffentlichen. Für den Hersteller ist dieses Feedback natürlich eine wertvolle Information, da der User ja die Erfahrung direkt aus erster Hand weitergibt. Dadurch ist der ganze Prozess eine super authentische Werbung für den Hersteller.

Jetzt zu eurem Team, wie habt ihr euch gefunden?

Zwei von uns machen zusammen den Master auf der WU und den dritten in der Runde haben wir durch eine Meetup-Gruppe getroffen. Das Ziel dieser Gruppe ist es eine Community für Leute zu schaffen, die sich für dezentralisierte Technologien interessieren.

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Das Team von sircular.rocks

Feine Sache! Wie schaut es mit Studium und/oder Job neben sircular.rocks aus?

Wir studieren noch nebenbei und haben auch nicht vor aufzuhören. Wir wollen den Master auf der WU schon fertig machen.

Und wer finanziert sircular.rocks?

Die Hersteller der Produkte, die wir zum Testen anbieten, bezahlen uns für unsere Dienstleistungen. Denn wir haben prinzipiell ein Mehrfach-Revenue-System. Einerseits bekommen die User das Produkt direkt vom Hersteller zum Ausprobieren und Testen, was ja unser eigentliches Geschäft ist. Andererseits wollen manche User das Produkt im Nachhinein sogar kaufen und wir bekommen so eine Provision für das Bewerben.
Die Seite selbst haben wir zu einem großen Teil selbst programmiert und uns so abgesehen von den Domainkosten und der eigenen Zeit, immense Kosten gespart. Man kann sagen, wir haben uns am Anfang unseren Traum völlig selbst finanziert.

Ein Startup zum Laufen zu bringen, ist ja nicht unbedingt die einfachste Sache der Welt. Auf welche Hindernisse seid ihr denn gestoßen?

Also bis jetzt war unser größtes Problem, wenn man das mal so sagen kann, die Henne und Ei Problematik. Sprich, du brauchst Produkte, damit sich User für dich interessieren. Geht der User nämlich auf eine Seite und sieht dort keinen Content, dann verliert er das Interesse und wir wertvolle potenzielle Kunden. Auf der anderen Seite wollen die Hersteller natürlich auch sehen, dass du schon User beziehungsweise die nötige Nachfrage vorweisen kannst, bevor sie dir ein paar Produkte für den Zirkulationsprozess zur Verfügung stellen. Es ist somit ein Teufelskreis, den wir durchbrechen mussten und auch geschafft haben. Mittlerweile bekommen wir sogar schon Anfragen von Produzenten und können somit unseren Usern auch immer wieder was Neues anbieten. Somit konnten wir uns schon eine große Community aufbauen.

Wie schaut es mit professioneller Unterstützung aus? Habt ihr euch da jemanden gesucht, der euch beraten hat?

Wir stehen auf unterschiedliche Quellen der Beratung. Wir nehmen gerne direktes Feedback an und versuchen auch wirklich regelmäßig außenstehende Leute dazu zu holen, um ihnen eine Situation zu schildern und um Rat zu fragen. Denn es ist immer gut, jemanden zu fragen der eine Situation in Ruhe von außen betrachten kann und nicht zu 100% voreingenommen ist. Direkte professionelle Beratung haben wir uns aber nicht gesucht.
Wir sind den verschiedensten Leuten, die uns Tipps gegeben haben, eher zufällig über den Weg gelaufen. Zum Beispiel George, einer unserer Freunde, der uns auf wichtige Details aufmerksam gemacht hat und auch ein Professor der sich mit dem Thema Lead-user Innovation beschäftigt. Man sollte mit vielen Leuten über seine Idee sprechen, sich Tipps holen. Es bringt nämlich genau gar nichts ein Geheimnis daraus zu machen. Ideen gibt es unzählige, aber woran es öfters scheitert, ist die Ausführung. Wenn ich alles für mich behalte, kann ich gleich zu Hause bleiben.

Bleibt euch noch neben Studium und sircular.rocks ein wenig Zeit zu leben?

Ehrlich gesagt, haben wir nie diese Trennlinie der Work-Life-Balance gemacht. Es ist deine Zeit und die kann dir niemand mehr zurückgeben. Daher musst du selber entscheiden, wie du sie nützt. Wenn viel zu tun ist schlafen wir weniger, wenn es eher chillig ist schlafen wir dann unsere sechs Stunden. Um Erfolg zu haben, musst du dein Startup beziehungsweise deinen Traum leben. Viele träumen davon ein Startup hochzuziehen oder sich einfach mal nebenbei so bei zehn Projekten zu beteiligen, die womöglich etwas abwerfen könnten. Das geht aber nicht so einfach, man muss sich auf eine Sache konzentrieren. Und es ist eindeutig der falsche Ansatz bei jeder Schwierigkeiten zu denken, okay jetzt ist alles aus. Denn jede Hürde, die du meisterst gibt dir mehr Kraft und eine Bestätigung für deine Arbeit. Jedes aussichtslose Problem hat mindestens drei Lösungen. Und diese Lösungen gilt es zu finden!

Wie sieht den eurer Meinung nach die Zukunft von sircular.rocks aus?

Ich kann euch höchstens sagen wo wir in fünf bis sieben Monaten sind und das auch nicht zu 100%. Bis jetzt hat alles so funktioniert wie wir uns das vorgestellt haben, zwar nicht immer im Detail aber im Großen und Ganzen schon. Die nächste Zeit steht daher ganz im Zeichen der Expansion. Das bedeutet, wir wollen das erweitern was wir jetzt schon erreicht haben. Da die Idee in Wien funktioniert, ist es wahrscheinlich, dass sie auch in anderen Städten funktionieren kann. Deshalb lautet der Plan, das Konzept im Sommer in San Francisco hochzuziehen und dann in weiteren Städten. Wenn wir nämlich in mehreren Städten und mehreren Kulturkreisen präsent sind, werden wir natürlich auch interessanter für Hersteller größeren Kalibers.

Und dann natürlich auch von euch – welche Tipps würdet ihr einem Startup mitgeben?

Sofort umsetzen! Die eigene Idee ausprobieren, auch wenn sie vielleicht sehr groß ist. Man kann sie zuerst immer im kleinen Rahmen testen. Zweiter Tipp, zuerst muss das Team lernen zusammenzuarbeiten und die Prozesse müssen anfangen reibungslos abzulaufen. Erst dann kann man daran denken sich zu erweitern.logo-white