Interview mit sdiwi

(c) sdiwi

Kundenkarten sind ein beliebtes Marketing-Tool um Kunden zu binden und ihr Kaufverhalten zu analysieren. Für mich persönlich ist ihr einziger Sinn und Zweck im jeweiligen Geschäft Vergünstigungen bzw. Prozente zu erhalten. Doch wenn ich ganz ehrlich bin, vergesse ich sie dauernd zu verwenden –  daher was habe ich nochmal genau davon?

Philipp Brunsteiner, Co- Founder von sdiwi, im Interview mit startablish.at über die Alternative zur Kundenkarte, work-life Balance und den Stellenwert eines Teams beim Gründen eines Startups.

sdiwi – was ist das?

sdiwi ist eine kostenlose App, die nicht nur das Geldbörserl von Kundenkarten befreit, sondern es unseren Usern ermöglicht mit ein wenig Glück bei unseren Partnerstores den Einkauf in Echtzeit zu gewinnen. Gewinnst du, bezahlt sdiwi deine Rechnung!

Seit wann gibt es die Idee zu sdiwi?

Die Grundidee zu sdiwi gibt es schon seit einigen Jahren, wir haben aber erst Anfang 2015 begonnen aus der Idee ein funktionierendes Konzept zu entwickeln und dieses dann umzusetzen. sdiwi in seiner aktuellen Version ist nichts, was von heute auf morgen entstanden ist, sondern da steht ein intensiver Entstehungsprozess dahinter. Unser Ziel ist es letztlich mit sdiwi eine Alternative zu Kundenkarten bzw. zu Bonussystemen zu schaffen, die für beide Seiten – also Kunden und Unternehmen – Sinn macht.

Warum sollten sich Kunden und Unternehmen wirklich von ihrer altbewährten Kundenkarte abwenden? Was ist das Besondere an sdiwi?

Der Kunde spart sich einerseits die unzähligen Karten von unterschiedlichen Geschäften, was ein Segen für jedes Geldbörserl ist. Andererseits bieten wir Kunden als Belohnung für das Nutzen der sdiwi- App die Chance ihren kompletten Einkauf zu gewinnen. Für unsere Partner ist sdiwi eine kostengünstige Lösung, Neukunden zu gewinnen, Stammkunden zu binden und deren Kaufverhalten zu analysieren.

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Könnt ihr uns kurz euer Business Modell vorstellen? Wie wollt ihr Geld verdienen?

Die Preisgestaltung ist für den Partner erfolgsabhängig. Erzielt ein Partnerbetrieb durch einen sdiwi-Nutzer Umsatz wird eine prozentuelle Vergütung fällig. Diese wird zum Großteil dafür verwendet, um die Gewinne der User zu ermöglichen.

Ab einer entsprechenden Marktabdeckung und nach Abzug der Kosten werden dann Gewinne erwirtschaftet.

Wer steckt hinter sdiwi?

Wir sind derzeit zu dritt. Ich kenne unseren Founder Stefan schon länger und war leicht davon zu überzeugen bei sdiwi einzusteigen. Stefan lernte Michael dann letztes Jahr als Freelancer kennen und konnte ihn ebenfalls für sdiwi begeistern. Mittlerweile sind die wichtigsten Fachbereiche durch uns drei abgedeckt und man kann sagen, wir sind ein in Fähigkeiten und Erfahrung sehr ausgeglichenes Gründer-Team.

Macht ihr noch etwas nebenbei – Studium, Job?

Nachdem wir klarerweise zurzeit noch mehr Geld in sdiwi investieren als wir zurückbekommen, sind wir alle nebenbei noch anderweitig beschäftigt. Stefan hat ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium, ich jobbe nebenbei noch an Wochenenden und Michael ist mittendrin in seinen Studien Softwareentwicklung und Wirtschaft an der TU Graz. Trotzdem hat für jeden von uns ganz klar sdiwi die oberste Priorität!

Das heißt, euer Kalender ist mehr als gut gefüllt?

Auf jeden Fall! Unsere Work-Life-Balance ist im Moment eher eine Work-Work-Balance. Jeder von uns steckt jede mögliche Minute und sein gesamtes Herzblut in sdiwi. Natürlich gibt es dann auch private Dinge, die auf der Strecke bleiben, aber entweder man macht etwas ganz oder gar nicht.

Seid ihr schon auf gröbere Probleme gestoßen oder läuft bisher alles nach Plan?

Die Kernaufgabe eines Unternehmers ist es immer Lösungen zu finden. Es gibt genügend Herausforderungen, besonders am Beginn einer Unternehmensgründung, und es läuft mit Sicherheit nicht immer alles so wie man es sich wünscht. Trotzdem konnten wir wirklich essentielle Probleme bereits vorab, aufgrund ausführlicher Planung, verhindern.

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Wie finanziert sich sdiwi bisher?

Wir haben uns sehr früh dazu entschlossen sdiwi komplett selbst zu finanzieren.

Das heißt ihr verzichtet auf finanzielle Unterstützung, wie schaut es sonst mit professioneller Hilfe aus?

Unsere größte Hilfe ist auf jeden Fall das Feedback unserer Nutzer und Partner. Nachdem wir, wie gesagt, ein sehr ausgeglichenes Team mit unterschiedlichen Bereichen der Expertise sind, konnten wir bisher ohne externe Hilfe ausgekommen.

Habt ihr bereits konkrete Zukunftspläne für sdiwi im Kopf?

Unsere Priorität ist derzeit, ausgehend von Graz, eine möglichst hohe Dichte an sdiwi-Partnern in ganz Österreich zu schaffen. Gleichzeitig liegt uns viel daran die User Experience unserer App weiter zu perfektionieren.

Unser Ziel – sdiwi als #1 Marketing-Plattform für den stationären Handel zu positionieren.

Auf Basis eurer Erfahrung, welche Tipps hättet ihr für Startups?

  1. Immer zu 100% hinter Ideen bzw. Lösungen stehen, aber trotzdem jederzeit bereit sein, diese komplett zu verwerfen, wenn der Markt entscheidet, dass sie nicht funktionieren.
  2. Immer mit doppeltem Zeitaufwand und doppelten Kosten rechnen. Bei allem.
  3. Das Team geht über alles. Ein Team, das alle für dein Startup notwendigen Bereiche abdeckt, spart dir auf kurze und lange Sicht Geld und Zeit.