Interview mit Rublys

(c) Rublys 

Wer kennt es nicht? Dieses Kribbeln in den Fingern kurz bevor du eine Überraschung öffnest…

Dieses Kribbeln wurde auf das Handy gebracht. Seit 2013 kannst du dich jeden Tag zum Glück rubbeln. Das funktioniert ganz einfach über die App “Rublys”. Sobald du etwas gewonnen hast, kannst du das Goodie auch gleich über die App direkt in einem Geschäft oder über einen Online-Store einlösen. Wir haben uns mit Manuel Zwittag, einem der Mitbegründer von Rublys, zusammengesetzt um mehr über das Konzept hinter dem Smartphone-Rubellos zu erfahren.

Könnt ihr vielleicht in zwei Sätzen erklären, was für ein Konzept hinter Rublys steht?

Ganz einfach gesagt ist Rublys das Rubbellos fürs Smartphone. Vergleichbar mit dem klassischen Rubbellos von der Lotterie, nur dass es anstatt von barem Geld, Preise bzw. Produkte von verschiedenen Unternehmen zu gewinnen gibt – und das Ganze eben alleine über das Handy.

Und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Die Idee hatten wir eigentlich schon länger. Der Grundgedanke war Werbung kreativer zu gestalten. Das heißt Werbung sollte gewollt und spielerisch auf den User wirken. Klassische Werbung ist ja eher ein langweiliges, wenn nicht sogar störendes Konzept. Unser Ziel war es also, dass der User freiwillig mit Werbung interagiert zu einem von ihm selbst frei ausgewählten Zeitpunkt.

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Habt ihr denn immer schon vorgehabt euch selbstständig zu machen?

Meiner Meinung nach ist es immer gescheiter sein eigener Chef zu sein. Ich war auch schon zu Unizeiten selbstständig und würde sogar sagen, dass die Selbstständigkeit immer schon ein Traum von mir war. Das gilt auch für die anderen im Team.

Wie ist denn euer Team zusammen gekommen? Kanntet ihr euch schon vorher?

Eigentlich haben wir uns über Freundes- und Bekanntenkreise kennen gelernt. Die einen zwei haben sich schon vorher gekannt, die anderen zwei ebenfalls und irgendwie sind wir vier dann halt zusammengekommen und das Ergebnis kennt ihr ja!

In der Anfangsphase von Rublys könnt ihr euch da an ein bestimmtes Problem erinnern, das euch so richtig Kopfzerbrechen bereitet hat?

Probleme gibt es ständig sonst würde es eh jeder machen. Anfangs ist das Schwierigste auf alle Fälle mal, dass du Cash aufbringst. Das ist sicher die “main challenge” in Österreich. Mittlerweile ist es nicht mehr ganz so schwierig weil es schon einige Institutionen, Business Angeles und Förderungen in der Szene gibt. Daher würde ich einfach mal sagen, dass das Auftreiben des nötigen Kapitals anfangs sicher unser Hauptproblem war. Das ist bei vielen Startups letzten Endes der entscheidende Faktor, ob du mit deiner Idee überhaupt weiter arbeiten kannst oder nicht.

Zwei Personen können eins zu eins dieselbe Idee haben, dennoch kann der eine scheitern und der andere seinen Durchbruch erleben.

Du leitest uns schon zu meiner nächsten Frage über, wie habt ihr es geschafft euch zu finanzieren?

Wir haben lange versucht Förderungen zu bekommen, das hat aber einfach nicht funktioniert. Aus diesem Grund haben wir dann beschlossen an Investoren heranzutreten – wir dachten einfach, probieren ist besser als gar nichts machen. Damals war es auch noch nicht so einfach an Kapital bzw. an Kontakte zu kommen. Jetzt gibt es ja einige Plattformen, die Finanzierungen für Startups erleichtern bzw. Kontakte und Verbindungen zu Business Angels herstellen. Rublys hat dann zufällig durch die Austrian Angel Investors Association den Michael Altrichter kennen gelernt und er hat uns dann auch als erster Investor finanziert. Wenn man mal einen Business Angel hat, dann ist es natürlich einfacher auch an andere Investoren ran zu kommen. Das war also schon mal ein großer Schritt nach vorne!

Hattet ihr denn außer den Business Angels noch andere professionelle Hilfe? Zum Beispiel beim Aufstellen eines Business Plans?

Nein, wir haben sonst versucht uns wirklich alles alleine zu erarbeiten!

Gerade für junge Unternehmen stellt sich ja auch die Frage, ob das ganze Vorhaben rentabel ist. Wie lange hat es denn bei euch gedauert bis Rublys kostendeckend gewirtschaftet hat bzw. seid ihr überhaupt schon soweit?

Grundsätzlich sind wir am besten Weg kostendeckend zu sein bzw. einen positiven Cashflow positiv zu haben, genauer gesagt sind wir sogar kurz davor. Vom „go live“ bis jetzt sind wir ja auch erst ein Jahr am Markt, also haben wir es eigentlich innerhalb von einem Jahr geschafft, was wirklich super ist.

Jetzt liegt schon einige Zeit harte Arbeit hinter euch – ganz ehrlich, wie schaut eure work-life balance aus?

Welches Leben? Nein, grundsätzlich ist es nicht mehr ganz so schlimm wie vor einem Jahr. Aber ehrlich gesagt, viel Freizeit gibt es nicht, vielleicht am Wochenende ein bisschen. Aber sonst kommen wir unter der Woche eigentlich selten vor 23 Uhr aus dem Büro. Vor einem Jahr bin ich nie vor 2 Uhr in der Nacht rausgekommen. Insofern kann man sagen, es hat sich schon bisschen was gebessert, aber wirklich Zeit für Hobbys bleibt da nicht viel übrig.

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Wie schaut denn die Zukunft für Rublys aus? Wo seht ihr euch planmäßig in den nächsten 5 Jahren?

Unsere Zukunftspläne schauen gut aus, in 5 Jahren sehen wir uns nicht mehr nur in Österreich und Deutschland, sondern wollen global vertreten sein. Der Plan ist, dass wir uns ab dem nächsten Jahr aufs internationale Pflaster begeben und mit unserem Konzept des modernen Rubbelloses neue Märkte erschließen. Der US- amerikanische Markt ist für uns der interessanteste und attraktivste, daher wollen wir besonders in diese Richtung arbeiten. In Deutschland sind wir übrigens seit November 2014 tätig.

Und jetzt natürlich noch eine der wichtigsten Fragen: Was wäre ein Tipp, den ihr aus euren Erfahrungen heraus einem neuen Startup auf den Weg mitgeben würdet?

Umsetzen und durchhalten! Es gibt immer Momente wo man kurz davor ist das ganze Projekt hinzuschmeißen. Bei uns gab es die sicher, da haben wir uns zusammengesetzt und gesagt es funktioniert nicht, lassen wir es bleiben. Am Ende zahlt es sich aber auf jeden Fall aus durchzuhalten. Wenn man an eine Idee glaubt, sollte man diese einfach durchziehen. Ich denke, es ist einfach auch momentan eine gute Zeit für Startups. Es hat sich in letzter Zeit sowohl auf Seiten der Gründer als auch auf Seiten der Investoren viel Positives getan, weil das Bewusstsein für das Potenzial von Startups immer stärker wird. Es spornt einen an, wenn man andere Jungunternehmer trifft und kennenlernt und sieht, dass man es schaffen kann, wenn man dran bleibt. Die Wahrheit ist, dass die Idee selber ja selten das Problem ist, sondern die Motivation, die dahinter steht. Zwei Personen können eins zu eins dieselbe Idee haben, dennoch kann der eine scheitern und der andere seinen Durchbruch erleben. Warum? Weil der eine mit Leib und Seele dabei ist und der andere möglicherweise nur halbherzig dran arbeitet. Das ist der kleine entscheidende Unterschied am Weg zum Erfolg.