reposée – die erste Sharing-Plattform für Freizeitimmobilien

v.l.n.r.: CEO Alexander Schuch und CFO Felix Woldt | © reposée

reposée mischt den Sharing Sektor auf und bietet eine Plattform zum Teilen von Freizeitimmobilien wie Wochendhäuser, Almhütten oder Ferienwohnungen. Sowohl Mieter und Vermieter profitieren vom neuen Konzept, der eine verdient zusätzliches Geld für das teilweise Vermieten von selten genutzten Raum, der andere erhält das exklusives Nutzungsrecht und kann je nach Lust und Laune am Wochenende ins Grüne fahren. Klingt nach einem guten Deal!

Im Interview mit startablish spricht Alexander Schuch, CEO und Founder von reposée über die Verteilung von Kompetenzen im Team, die Konkurrenz im Immo-Sharing Sektor und gibt Tipps für potentielle Gründer:

Worum handelt es sich bei reposée?

Freizeitimmobilien, wie zum Beispiel Wochenendhäuser, Almhütten, Ferienwohnungen oder Ferienhäusern werden nur unregelmäßig genutzt. Auf Basis einer Umfrage wissen wir, dass 30% aller Nutzer ihr Wochenendhaus nur unregelmäßig bzw. selten nutzen. Weitere 21% nur ein paar Mal im Quartal. Da bedeutet also viel Leerstand, und somit ist Potential für unser Geschäftsmodell vorhanden. Über die Online-Plattform reposée können Besitzer ihre Freizeitimmobilien mit Gleichgesinnten teilen. Der Clou dabei: die Besitzer können Ihr Wochenendhaus trotz Vermietung weiterhin nutzen und verdienen dabei Geld. Mieter ersparen sich hohe Investitionskosten und bleiben flexibel.

Wie funktioniert das genau?

Ein Beispiel: eine Almhütte wird zwischen zwei und 12 Monaten mit einem Mieter geteilt, wobei jeder Monat wochenweise aufgeteilt wird. Frei nach dem Motto „2 Wochen Du – 2 Wochen ich“. Das Anlegen eines Profils selber ist für Besitzer und Mieter kostenlos. Nur wenn eine Freizeitimmobilie auch vermietet wird, fällt eine Vermittlungsprovision an.

Woher kam die Idee zu reposée?

Meine Familie und ich machen öfters mit einer befreundeten Familie Wochenendausflüge in das schöne Salzkammergut. Einmal mehr stellte sich hierbei die Frage, welches Hotel wir buchen sollten und so kam die Idee auf, sich eine Unterkunft für eine ganze Saison zu mieten. Diese Unterkunft sollte aber ähnlich flexibel verwendbar sein wie ein Wochenendhaus, aber weniger Kosten als ein Hotel. So war die Idee zu reposée geboren.

Wie seid ihr als Team zusammengekommen?

Das Gründungsteam besteht aus mir, Alexander Schuch (CEO) und Felix Woldt (CFO). Sonst arbeiten wir derzeit nur mit externen Freelancern zusammen. Durch meine langjährige Projektmanagement-Erfahrung für Online Services sowie Marketing & Sales-Erfahrungen sowie durch Felix´ Erfahrungen im Bereich Finanzen und Hospitality-Branche ergänzen wir uns sehr gut und können alle Bereiche abdecken.

Allerdings wollen wir auf jeden Fall noch einen dritten Partner auf C-Level aufnehmen, der die CTO-Agenden abdecken soll. Das heißt, mit dem externen Entwicklungsteam eng zusammenarbeiten, und IT-Belange Schritt für Schritt nach intern reinholen. Über das Kernteam hinaus werden wir das Team in allen anderen Bereichen im Laufe des Jahres ergänzen.

Kannst du dich an konkrete Probleme beim Gründen in der Anfangsphase erinnern?

Also bis jetzt haben wir keine größeren Probleme gehabt, außer dass wir beide ein gutes Zeitmanagement benötigen. Felix und ich haben derzeit auch noch andere Verpflichtungen , wodurch die Arbeitstage gut aufgeteilt werden müssen und auch meist erst sehr spät abends für uns enden.

Aufgrund eurer Erfahrungen bisher, habt ihr bereits Anpassungen an eurem Business Modell vornehmen müssen?

Nachdem wir erst am Start stehen, kann man das so noch nicht sagen. Klar ist aber: ein Startup muss wie ein Schnellboot reagieren können, und nicht wie ein Dampfer. Wenn wir merken, dass unser Businessmodell nicht angenommen wird, werden wir es umgehend adaptieren müssen. Der Markt ist da, der Wunsch, ein Wochenendhaus oder Almhütte zu sharen, ebenso.

© reposée

Wie finanziert ihr euch bisher?

Wir sind für die nächsten 18 Monate bootstrapped, also eigenfinanziert.

Die Konkurrenz ist im Immo-Sharing Sektor ja recht stark, wie unterscheidet ihr euch von beispielsweise Airbnb?

Airbnb zielt auf den Urlaubsmarkt ab – die Buchung des Sommerurlaubs, Winterurlaubs oder des Städtetrips nach Paris nächsten Herbst. Bei reposée geht es um eine ganz andere Idee: um den regelmäßigen Besuch eines Wochenendhauses oder Almhütte, die nicht weiter als drei Autostunden von zu Hause entfernt ist. Eine Freizeitimmobilie, die regelmäßig benutzt werden kann, da sie z.B. zwei Wochen im Monat „mir gehört“ und das eine Saison lang oder sogar ein ganzes Jahr.

 

Warum sollten Kunden gerade bei euch mieten bzw. vermieten?

Die Idee, das eigene Wochenendhaus oder Almhütte zu sharen, ist noch neu, sie muss sich bei Besitzern noch „setzen“. Aber war dies bei Airbnb im Gründungsjahr 2008 nicht genau so? Durch die saisonale Vermietung kann der Besitzer Geld verdienen und gleichzeitig seine Immobilie weiterhin nützen. Eine Freizeitimmobilie wird niemals 30 Tage im Monat genützt. Nur 26% der Wochenendhaus-Besitzer nutzen ihre Immobilie 3-4 mal im Monat laut den Ergebnissen einer von uns durchgeführten Umfrage. Die restlichen 74% weniger oft. Bucht der Mieter z.B. eine Almhütte über Airbnb, muss er den vollen Betrag für die Zeit bezahlen, die er sie bucht. Über einen längeren Zeitraum ist das sehr viel Geld und üblicherweise finanziell nicht mehr sinnvoll, da eine Freizeitimmobilie nur in der Freizeit genützt werden kann. Besser deswegen nur einen Monats-Share über eine Saison oder Jahr mieten, dieser ist dann auch billiger. Und der Mieter bleibt flexibel – auch im Vergleich zum „Time-Sharing“-Konzept.

Wie sehen die konkreten Zukunftspläne von reposée aus?

Wir wollen einen neuen Markt aufmachen, ausbauen und in den kommen 3-5 Jahren Marktführer für Sharing von Freizeitimmobilien in Europa werden. Auch Nicht-Besitzer sollen die Möglichkeit haben, eine Freizeitimmobilie nutzen zu können. reposée – Freizeitimmobilien für Alle!

Welche Tipps würdest du anderen potenziellen Gründern mitgeben?

Ich glaube, die wichtigste Fragen ganz am Anfang, die sich jeder stellen sollte, sind: 1) Gibt es einen Markt für die Idee? Und 2) Lässt sich diese monetarisieren?

Ich habe schon ein paar Mal beobachtet, wie Teams sehr ambitioniert in ein neues Projekt reingegangen sind, nur um nach Launch festzustellen, dass gar keine Nachfrage danach besteht oder sich erzeugen lässt. Und beim Thema „Monetarisierung“ muss ich immer an Twitter denken: eine super Idee, weltweit millionenfach genutzt, aber kommerziell nach wie vor ein Desaster.

Um ein besseres Gefühl für die eigene Idee zu bekommen, empfehle ich auch, im eigenen Social-Media Umfeld eine Umfrage zu machen. Idealerweise aber nicht im engsten Freundeskreis auf Facebook & Co, sondern möglichst auch auf anderen Kanälen wie z.B. unter Xing- & LinkedIn-Kontakten, denn hier ist die persönliche Bindung üblicherweise nicht so stark, und die Antworten dann auch ehrlicher.

Hier geht es zum Profil von reposée!