Interview mit Rendity

© Rendity

Crowdinvesting ist ja kein neues Thema, besonders in der Welt der Startups. Crowdinvesting ist eine beliebte Methode sich als Startup zu finanzieren um sich so ein Startkapital zu beschaffen um seine Idee verwirklichen zu können.

Rendity hat diesen Trend wahrgenommen, ihn mit einer neuen Kategorie kombiniert und ist so auf den Zug der Zeit aufgesprungen. Mit der Finanzierung von Immobilienprojekten über eine Crowdinvesting – Plattform versucht Rendity den verstaubten Immobilienmarkt aufzumischen und gibt Kleinanlegern die Chance sich auch einmal als Immobilieninvestor zu versuchen.

Kurz erklärt, worum geht es bei Rendity?

Rendity ist eine Crowdinvesting Plattform für Immobilienprojekte. Wir ermöglichen es Einzelanlegern mit geringem Kapital in reale Sachwerte zu investieren und somit am Immobilienmarkt mitzuwirken.

Und wie seid ihr auf dieses ganz spezielle Thema gekommen?

Die Idee ist in vielen Gesprächen mit Freunden und Bekannten entstanden, die gerade ins Berufsleben eingetaucht sind und sich erste Gedanken machen, wie sie ihr Geld sinnvoll und möglichst gewinnbringend anlegen können.

Und ist bis jetzt alles so gelaufen, wie ihr euch es vorgestellt habt? So ganz ohne Probleme?

Nein ohne Probleme läuft gar nichts. Ich würde sogar eher sagen, wenn man so will kommt jeden Tag ein neues Problem dazu. Man darf aber einfach nicht zulassen, dass man sich von solchen Problemen überrollen lässt, sondern man muss sich wirklich voll und ganz auf die Problemlösung konzentrieren. Die Fragestellung muss also lauten: “Welcher Lösungsansatz bringt uns weiter?”, statt “Welche neuen Probleme haben wir?”. Gerade am Anfang wird man mit einer neuen Idee natürlich immer gerne belächelt. Da muss man sich einfach durchkämpfen. Und natürlich hilft es, wenn man Probleme nicht alleine, sondern im Team angeht.

Gut, dass du das ansprichst! Wie hat sich euer Team gefunden?

Lukas und ich kennen uns schon sehr lang, wir waren gemeinsam im Gymnasium und sind seit Jahren einfach eng befreundet. Paul ist der beste Freund von meinem ehemaligen WG-Kollegen, und hat sich anfangs eher ein wenig geziert. Aber im Sommer konnten wir ihn nach vielen Überredungsversuchen doch noch für Rendity gewinnen. Seitdem ist er nicht mehr aus dem Team wegzudenken. Und man glaubt es kaum, aber über den Sommer hatten wir sogar zwei Interns, die wir über verschiedene Jobbörsen gefunden haben.

 

Es ist ja nicht unbedingt ein Kinderspiel ein Startup zu gründen, wie seid ihr damit zurechtgekommen? Habt ihr euch Hilfe gesucht?

Wir haben uns in einer frühen Phase für die Startup-Inkubatoren von StartupLeitner und Herbst Kinsky Rechtsanwälte beworben und hatten wirklich Glück, da wir in beide aufgenommen wurden! Gerade beim Abklopfen des Business Case war es unglaublich hilfreich, kritische Sparring-Partner zu haben, die nicht alles durch die rosa-rote Gründerbrille sehen. Die sagen einem ganz klar, hier orten sie Probleme orten und dort gibt es noch etwas zu verbessern.

Und wie schaut es mit dem nötigen Kleingeld aus? Wie finanziert ihr euch im Moment?

Das nötige Startkapital für die Anfangsphase haben wir uns zusammengespart. Das spornt einen natürlich umso mehr an, nur wirklich sinnvolle Investitionen zu tätigen. Dazu kommt, dass wir uns echt bemühen möglichst viel aus eigener Kraft zu stemmen. Quasi die gesamte Gestaltung der Plattform haben wir In-House gemacht, das heißt Logo-Design, die gesamte CI, Textierungen, Coding der Plattform, Einbindung des Zahlungssystems, Übersetzungen, Gestaltung des Image-Videos. Das ist harte Arbeit, aber es lohnt sich.

Da bleibt sicher nicht viel übrig für Freizeit, oder?

Ich sage es mal so: das Hauptabendprogramm geht sich im Moment selten aus…

Wie sehen die Zukunftspläne von Rendity aus? Schon konkrete Vorstellungen?

Wir versuchen uns anhand kurzfristiger Ziele voran zu hanteln, um unsere mittel- und langfristigen Ziele zu erreichen. Bis letzten Donnerstag war unser primäres Ziel überhaupt einmal der Launch unserer Plattform. Beim ersten Projekt handelt es sich um die Revitalisierung und den Dachgeschossausbau eines Zwillingshauses im 9. Wiener Gemeindebezirk. Und immerhin konnten wir bereits in einer knappen Woche fast 2/3 der Funding-Schwelle einsammeln, das löst in uns schon Freudensprünge aus. Wir wissen aber natürlich auch, dass wir jetzt weiter Gas geben müssen und arbeiten hinter den Kulissen bereits ganz motiviert am nächsten Projekt.

Den Erfahrungen nach, die ihr bis jetzt mit Rendity gesammelt habt, was würdest du den GründerInnen eines neuen Startups mitgeben?

Ganz am Anfang ist es sehr wichtig, dass man an die Phase des „Fuzzy Front End“ bedacht und strukturiert herangeht um seine Idee klar zu definieren. Für uns waren dabei Gespräche mit Familien, Freunden und Bekannten besonders wichtig. Auch kritische Stimmen, die von der eigenen Idee nicht sofort überzeugt sind sollte man durchaus ernst nehmen, sich aber niemals davon entmutigen lassen.

Und als zweiten Tipp – uns hat es wirklich sehr geholfen, einen Business Plan zu erstellen. Da wird einem erst richtig bewusst, über wie viele unterschiedliche Sachen man sich den Kopf zerbrechen muss. Aber genau das ist ja gerade das interessante am Start-Up: Es ist zwar super wenn jeder Gründer unterschiedliche Bereiche abdeckt, jedoch muss man bis zu einem gewissen Grad auch sehr generalistisch arbeiten.

rendity-logo-green