Quellensteuer bei Vortrags- und Künstlerdienstleistungen

© Dr. Rosam Karl J.

Nicht neu aber doch immer wieder in Vergessenheit gerät die Verpflichtung zum Quellensteuerabzug bei bestimmten Dienstleistungen ausländischer Unternehmer. Nach nationalem Steuerrecht werden insbesondere Vortragende, Künstler oder Personalgesteller, die in Österreich tätig werden, mit dem daraus erwachsenden Einkommen in Österreich auch steuerpflichtig. Die Besteuerung der ausländischen Unternehmer ist durch einen idR. 20%igen Quellensteuerabzug im Rahmen der Honorarauszahlung sicher zu stellen.

Schuldet etwa ein österreichischer Veranstalter einem Vortragenden aus dem Ausland ein Honorar iHv. € 1.000 so darf dieser bloß € 800 an den Vortragenden auszahlen, € 200 sind als Quellensteuer einzubehalten. Die einbehaltene Quellensteuer wird infolge an das Finanzamt abgeführt. Zahlreiche Doppelbesteuerungsabkommen sehen allerdings eine Steuerbefreiung derartiger Einkünfte ausländischer Unternehmer in Österreich vor, da die Besteuerung eine feste Einrichtung wie insbesondere ein Büro in Österreich voraussetzt. Um aber von vornherein in den Genuss dieser Quellensteuerbefreiung aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens zu gelangen, muss der ausländische Unternehmer eine von der ausländischen Finanzbehörde auf dem dafür vorgesehenen Formular ZS-QU1 schriftlich bestätigte Ansässigkeitsbescheinigung vorlegen. Beträgt das Honorar weniger als € 10.000 pro Jahr so reicht dieses Formular auch ohne Bestätigung durch die ausländische Finanzbehörde. Wird dieser formale Nachweis nicht erbracht, so bleibt es bei der Quellensteuerpflicht und der österreichische Auftraggeber hat idR. 20% des Honorars einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. An dieser Stelle sei auch darauf hingewiesen, dass Künstler aus Deutschland in Österreich jedenfalls zu besteuern sind, hier somit eine Entlastung niemals erreicht werden kann.

Bei grenzüberschreitender Personalgestellung nach Österreich ist außerhalb einer konzerninternen Personalgestellung ebenfalls eine Vorab – Quellensteuerentlastung nicht möglich.