“Österreich verschläft Banking der Zukunft”

Richard Mauve (CEO Mauve AG) (c) Mauve AG 

Österreichische FinTechs auf Zulassung von VideoIdent angewiesen – Mauve AG möchte Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich erhalten.

„Wenn wir den Startup-Standort Österreich mit einem Geschäft vergleichen, dann haben wir ein top ausgestattetes Lokal in bester Lage, gut ausgebildetes Personal und Kapital, aber der Schlüssel zum Aufsperren fehlt“, fasst Richard Mauve, CEO der Mauve AG, seine Erfahrungen im Bereich FinTechs zusammen. „Das Bewusstsein um die Bedeutung der Startups für den Standort hat sich positiv verändert, auch die heimische Venture Capital-Kultur entwickelt sich. Was heimische FinTechs jetzt noch brauchen, ist die Zulassung von VideoIdent, um wirklich starten zu können“, so Richard Mauve, der mit seinem Entwicklerteam an einer neuen BankingApp arbeitet.

In Deutschland und der Schweiz ermöglicht das Verfahren VideoIdent bereits die ortsunabhängige Personenidentifizierung mittels Videokonferenz über das Internet, zum Beispiel vom Smartphone aus. Schnell und unabhängig von Bank- oder Post-Öffnungszeiten sind so Online-Kontoeröffnung und andere Online-Aktionen möglich, nicht nur im Finanzsektor. Auf diese unkomplizierte Handhabung, also eine hohe Usability, sind Startups, die über kein Filialnetz verfügen, angewiesen.

Deutschland hat bereits bei der Umsetzung der 3. EU-Geldwäscherichtlinie in nationales Recht auf die Pflicht zur physischen Anwesenheit bei der Personenidentifizierung verzichtet. Das Prinzip „Know your customer“ funktioniert beim Nachbarn seit zwei Jahren online per Videokonferenz. In Österreich sieht die aktuelle Umsetzung der 4. EU-Geldwäscherichtlinie (2015/849/EU) die Möglichkeit vor, dass Geschäftsanbahnung auch ohne persönlichen Kontakt möglich sein wird. „Wann das Verfahren VideoIdent dann nicht nur de jure, sondern auch de facto einsatzfähig ist, vermag heute niemand konkret zu sagen“, so Richard Mauve.

Mauve: Gezwungen, mit deutschen Partnern zu kooperieren

Mauve, der mit seinem Team an der Entwicklung einer neuen österreichischen Banking App arbeitet, befürchtet eine Schwächung des heimischen Banken- und Wirtschaftsstandorts: „Wenn unsere Banking App auf den Markt geht, werde ich wohl oder übel gezwungen sein, mit einer Deutschen Online-Bank zu kooperieren. Die digitale Bank kennt ja keine Grenzen. Aber als österreichisches FinTech wollen wir auch eine heimische Abwicklungsplattform nutzen. Nur so bleiben Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Österreich. Ohne VideoIdent fließt beides in das benachbarte Ausland“, sorgt sich Richard Mauve. Number26 sei dafür erfolgreiches Beispiel.

Während in Deutschland und der Schweiz bereits auch viele klassische Banken auf VideoIdent setzen, seien die heimischen Banken noch gezwungen, ihre Kundinnen und Kunden in die Filialen zu bringen. „Aus meiner inzwischen Jahrzehnte langen Kooperation mit heimischen Banken weiß ich um deren Situation, Regulative an jeder Ecke, Zeit- und Kapitaldruck, da bleibt beschränkt Zeit für Innovation. Aber die Zukunft geschieht jetzt, und wir verschlafen sie“, so Mauve, der sich vom Gesetzgeber wünscht, VideoIdent nicht nur zum Wohl der digitalen Wirtschaft, sondern auch zum Vorteil der zunehmend internetaffinen Kundinnen und Kunden zu ermöglichen.“

Die Mauve AG mit Sitz in Wien steht für 20 Jahre Erfahrung in der automatisierten Gruppenverwaltung. Schwerpunkt ihrer Software-Lösungen ist das moderne Fondsgeschäft. Ihr Gründer, Richard Mauve, arbeitet mit seinem Entwicklerteam aktuell an einer Banking App sowie einer neuen Gruppenverkaufsplattform.

Redaktion

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