Mit ChillBill Buchhaltungsprozesse automatisieren

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ChillBill reduziert den Aufwand für die Buchhaltung durch eine intelligente Software, die automatisch Rechnung digitalisiert, verarbeitet und auf eigenen ChillBill- Servern archiviert. Somit sparen sich Unternehmen nicht nur Zeit, sondern arbeiten auch kosteneffizienter.

Wendelin Amtmann, CEO & Co-Founder von ChillBill, im Interview mit startablish über Zweifel in der Anfangsphase einer Gründung, Work- Life Balance und konkrete Zukunftspläne nach einem Investment.

Welches Konzept steht hinter ChillBill?

Wir machen uns Gedanken darüber, wie wir Unternehmen das Leben erleichtern können. Jedes Unternehmen benötigt eine korrekte Buchhaltung, nur ist der aktuelle Prozess schwierig und kompliziert. Jeder der schon einmal seine eigene Buchhaltung gemacht hat, weiß wovon ich rede. Bei ChillBill schicken Unternehmen ihre Rechnungen einfach per E-Mail, Barbelege können mit dem Handy fotografiert und geschickt werden. Diese Kommunikation per E-Mail war uns wichtig, da so der tägliche Workflow nicht unterbrochen wird. Die Rechnungen werden von unserer intelligenten Rechnungserkennungssoftware Merlin verarbeitet. Der Prozess ist für das Unternehmen mit dem Senden der Rechnung erledigt. Die Steuerberatung kann parallel auf die ganzen Daten zugreifen und sie in ihre Buchhaltungssysteme einspielen. Mappen in die Kanzlei zu tragen gehört somit der Vergangenheit an. Seit Oktober gibt es auch ChillBill Partner-Steuerberatungen, die die Kosten für ChillBill sogar übernehmen!

Wie kam es zu dieser Geschäftsidee entstanden?

Wir sind beide seit dem zarten Alter von 18 selbständig. Jeder der schon einmal selbständig war oder derzeit ist, weiß, die Buchhaltung ist mühsam, zeitaufwendig und nervenaufreibend. Clemens hat im Zuge seiner Masterarbeit an der TU Wien an einer iPad-App zur automatischen Rechnungserkennung gearbeitet. Das Potential dieser Arbeit hat ihn so sehr überzeugt, dass er es einem Unternehmen präsentiert hat. Die waren davon begeistert und so hat sich Clemens dazu entschlossen einen Mitgründer zu suchen und aus der Idee ein Unternehmen zu gründen.

Wie habt ihr euch als Gründer-Team gefunden? Habt ihr euch schon davor gekannt?

ChillBill digitalisiert die Buchhaltung und so haben auch wir uns über die digitale Welt, also das Internet, konkret über eine Facebook-Gruppe kennengelernt. Wir haben uns dann einige Male getroffen und uns gut verstanden. Für uns war schnell klar, dass wir ChillBill gemeinsam gründen wollen. Mittlerweile sind wir auf ein Team von acht Leuten angewachsen. Eine klassische Bewerbung via Jobbörse war da aber noch nicht mit dabei. Vielmehr haben wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Empfehlungen, Meetups und Veranstaltungen kennengelernt.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Wir haben zwei verschiedene Distributionschannels. Einerseits verkaufen wir unsere Produkte online an Unternehmen. Hier gibt es Pakete zwischen 19 € und 99 € pro Monat. Andererseits verkaufen wir direkt an Steuerberatungen, die ChillBill wiederum ihren Klienten anbieten und uns als Digitalisierungs- und Automatisierungstool verwenden.

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Was macht ChillBill einzigartig?

Wir sind der einzige Anbieter, der eine automatische Rechnungserkennungssoftware selbst entwickelt hat. Andere Anbieter in diesem Bereich arbeiten mit Lösungen von Drittanbietern und geben somit wichtige Daten außer Haus.

Seid ihr schon auf Probleme gestoßen oder ist bis jetzt alles glatt gelaufen?

Keine Unternehmensgründung ist auch nur ansatzweise einfach, am Anfang wird man es relativ schwer haben. Es gibt Zweifel, man schaut nach links und rechts und sieht Unternehmen, wo alles scheinbar schneller und einfacher klappt. Das kann schon entmutigend sein. Umso wichtiger ist es ein Team zu haben, das gemeinsam an einem Strang zieht und sich gegenseitig unterstützt. Zusätzlich haben wir bis dato alles selbst finanziert und vor unserer ersten großen Förderung durch die FFG war es geldtechnisch schon sehr knapp. Mein Tipp an alle Gründer: Informiert euch frühzeitig über Förderungen, denn die Förderlandschaft in Österreich ist recht bunt. Mittlerweile stehen wir gut da, sind zufrieden mit unserem Wachstum und den Entwicklungen der letzten Monate. Infolgedessen werden wir in den kommenden Wochen auch unsere erste Finanzierungsrunde mit strategischen Investoren abschließen.

Da gratulieren wir doch gleich! Habt ihr euch sonst noch Unterstützung von externen Partnern gesucht?

Ja! Wir waren im 5starts Inkubator vom Sektor 5. Dort haben wir sehr viele und enorm wichtige Coachings von Experten aus verschiedenen Bereichen bekommen. Das war in einzelnen Bereichen sehr hilfreich. Wie ein kurzes, sehr intensives Studium in Entrepreneurship.

Habt ihr schon konkrete Zukunftspläne für ChillBill?

2016 war schon ein unglaubliches Jahr, 2017 wird aber nochmal ein Stück weit spannender, lustiger und herausfordernder. Wie gesagt, werden wir demnächst unsere erste Finanzierungsrunde abschließen und somit neben unseren Kunden und Mitarbeitern einen weiteren Stakeholder an Bord haben. Mit diesen Möglichkeiten werden wir einen ersten Schritt nach Deutschland machen und den Markt dort testen. Auf Produktseite haben wir uns sehr ambitionierte Ziele gesteckt, auch um unseren Kunden zu zeigen, dass wir ihr Feedback ernst nehmen und dieses so rasch wie möglich umsetzen.

Wie schaut im Moment eure Work-Life-Balance aus?

Wir sind beide am Wochenende nicht im Büro. Die Abstriche die wir machen, dass wir nie “richtig” frei haben und auch an den Feiertagen E-Mails schreiben, würde ich jetzt nicht als wirklichen Abstrich bezeichnen. Wir haben diesen Weg ganz bewusst gewählt, weil wir gerne arbeiten und etwas aufbauen wollen. Dass im Zuge dessen andere Dinge kürzer treten ist klar, aber von uns so gewählt und deswegen auch kein Grund zum Jammern.

Kannst du uns noch Tipps für andere Gründer geben, die du dir vielleicht gewünscht hättest?

Es ist wichtig sich von Anfang an über Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren. Zu Beginn sind Förderungen besonders attraktiv, da man kein Equity abgeben muss. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es dann interessant mit privaten Kapitalgebern zu arbeiten. Der finanzielle Druck kann ein Hindernis werden und tolle Ideen im Keim ersticken.

Die Startup-Szene in Österreich wächst, auch weil die Community gut funktioniert. Davon haben wir profitiert und das geben wir gerne weiter. Also wer Fragen zu Themen wie Förderungen oder Finanzierung hat, kann uns gerne kontaktieren.

 

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