Matching-Plattform vereinfacht Suche nach 24h-Betreuung

(C) HARMONY & CARE OG

Einem geliebten Menschen eine 24-Stunden-Betreuung zur Seite zu stellen, ist kein einfacher Schritt. Umso wichtiger, dass der Pfleger oder die Pflegerin zur betreuten Person passt – vor allem menschlich. Damit die Suche nach Mr. oder Mrs. Perfect nicht zum Glücksspiel wird, hat Harmony & Care eine Plattform entwickelt, die das „Matching“ von Betreuungskräften und pflegebedürftigen Menschen optimiert und dabei das Risiko von psychischem Stress verringert.

„Wenn von Qualität in der Pflege die Rede ist, geht es nicht nur um fachliche Kompetenz. Pflege ist vor allem ein Sympathie-Thema“, erklärt Herwig Neumann, Geschäftsführer von Harmony & Care. Er weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Mühsam gestaltete sich für ihn persönlich die Suche nach geeigneten Pflegerinnen und Pflegern für seine Eltern.

Genau dort setzt das Kärntner Start-Up an. Das junge Unternehmen hat mit dem Harmony & Care System eine Online-Plattform entwickelt, das auf einem wissenschaftlich fundierten, psychologischen Test basiert und die Suche nach der passenden Betreuungskraft vereinfacht und optimiert.

Partnerbörse für die Pflege

„Von der Funktionsweise ist Harmony & Care vergleichbar mit Partnerbörsen im Internet“, erklärt Neumann die Systematik. Das Herz der Lösung stellt der sogenannte Harmony Check dar, ein Fragebogen, der sowohl vom Pflegebedürftigen bzw. dessen Angehörigen als auch von den Betreuungskräften digital ausgefüllt werden muss – entweder bequem online über das Internet oder auch Offline mittels eigener App für PC oder Tablet. Mit Hilfe wissenschaftlicher Methodiken werden aus den Antworten psychologische Profile erstellt und abgeglichen. Das Matching erfolgt derzeit noch durch die Harmony & Care Experten, später soll das automatisiert passieren. Gemanagt werden die Personenprofile in der Datenbank-Lösung Harmony Administrator.

Besonders großes Augenmerk wurde dabei auf die wissenschaftlich fundierte Entwicklung des Fragebogens gelegt. Gerade „weiche Faktoren“ wie soziale Kompetenzen, Interessen oder persönliche Neigungen sind darin besonders berücksichtigt. „Dadurch können wir die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pfleger nicht passt und wechselt, um bis zu 80 Prozent verringern“, rechnet Neumann vor.

Auf Wachstum gepolt

Eineinhalb Jahre tüftelten Neumann und seine Wissenschaftskollegen Dr. Nikola Dobrić und Dr. Ivana Jošanov-Vrgović an den speziellen psychologischen Fragestellungen und der Einbettung des Fragebogens in eine Komplettlösung. Seit April 2016 wird das Harmony & Care System nun in Österreich vertrieben, zum Start in 12 Sprachen. Der Fokus richtet sich dabei auf Pflegeagenturen, die durch diese Software-Lösung einen zusätzlichen Service für ihre „Kunden“, pflegebedürftige Menschen, erhalten. Das System selbst ist kostenlos, die Verrechnung erfolgt flexibel pro Datenbankeintrag (ab 20 Euro).

„Unsere Mission ist klar: Wir wollen die Suche nach dem passenden Pfleger für Pflegebedürftige so einfach und effizient wie möglich gestalten und den Stress, der damit immer Hand in Hand geht, reduzieren“, fasst Neumann zusammen. Auch wenn das System erst seit kurzem am Markt erhältlich ist, sind die Pläne groß: 2016 will Harmony & Care, unterstützt vom Klagenfurter Gründerzentrum build!, am deutschsprachigen Markt mit seinen mehr als 2.000 Pflegeagenturen und rund zwei Millionen Pflegebedürftigen urgieren, danach international wachsen. Neumann zeigt sich abschließend optimistisch: „Als wir mit einer wissenschaftlichen Studie 2014 begonnen haben, hätten wir uns nicht träumen lassen, dass daraus einmal ein Unternehmen entstehen würde. Nun hören wir halt einfach nicht mehr zu träumen auf.“

Redaktion

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