Interview mit knowbie.io

(c) knowbie.io

 

Kennt ihr das auch? Ihr lest einen Artikel in einem Magazin über ein spannendes Unternehmen, eine moderne Firmenpolitik oder eine eindrucksvolle Führungspersönlichkeit und dann ist er zu Ende. Einfach so, dabei sind doch noch so viele Fragen offen, die interessant wären. In so einem Fall hat man zwei Möglichkeiten, entweder man setzt sich hinter den Laptop und startet eine ausgiebige Recherche oder man lässt es sein. Beides ist mühsam und nicht sonderlich befriedigend.

Das dachten sich wohl auch die Gründerinnen von knowbie.io, Larisa Stanescu und Eva Krizsanits. Mit ihrer interaktiven Videoplattform im „Ask me anything“-Format können die User erfahrenen Unternehmern Fragen rund um das Thema Unternehmensgründung stellen, die dann in Form eines Videos beantwortet werden. Das ist gerade für Startups super, weil so Erfahrungen und Know-how, rasch direkt weitergegeben werden.

Erklärt ihr uns kurz das Konzept hinter knowbie.io?

knowbie.io ist eine Frage- Antwort Videoplattform, die die Persönlichkeiten hinter erfolgreichen Unternehmen und Projekten vor den Vorhang holt. Die User haben so die Möglichkeit, ähnlich wie bei „Ask me anything“-Formaten, direkt Fragen an die so genannten „Knowbies“ zu stellen, die ihre Meinungen, Learnings und Fails dann in Videoform mit der Community teilen. Mit jeder neuen Frage und Antwort wächst die Wissensbasis auf knowbie und wird so zu einer immer größeren Informations- und Recherchequelle rund um das Thema Unternehmensgründung.

Wie seid ihr auf die Idee zu knowbie.io gekommen?

knowbie.io entstand aus unserem Bedürfnis, Antworten von erfahrenen Persönlichkeiten auf unsere (Business-)Fragen zu bekommen. Begonnen hat alles mit unserem Projekt Girls n‘ Code. Wir haben festgestellt, dass Tag für Tag neue Fragen aufpoppen, die wir uns teilweise durch mühsame Recherche selbst beantworten mussten. Als wir dann damit begonnen haben uns Ratschläge von erfahrenen Unternehmern zu holen, haben wir festgestellt, dass wir durch diese Informationen einfach enorm an Tempo zugelegt haben. So sind wir auf knowbie.io gekommen – wir wollen dieselbe Beschleunigung anderen Unternehmern zugänglich machen.

Und wie sieht euer Werdegang vor knowbie.io aus? Habt ihr beide studiert oder seid ihr gleich ins kalte Wasser gesprungen?

Eva: Ich habe BWL studiert und war danach bei A1 und T-Systems Austria. In beiden Unternehmen habe ich Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bereichen im Marketing gesammelt. Danach habe ich die Herausforderung bei INiTS gesucht um dort die Marketing-Abteilung aufzubauen.

Larisa: Neben meinem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft habe ich in einer kleinen Werbeagentur wertvolle Erfahrungen im Online Marketing & Social Media Bereich gesammelt. Durch den Aufbau der TEDxVienna Community bin ich dann auf die Startup Welt gestoßen, und habe später bei INiTS mit der Online Marketing Beratung für Startups angefangen.

Das heißt, ihr habt euch über die gemeinsame Joberfahrung kennengelernt?

Wir hatten wirklich enormes Glück, uns in unserem vorigen Job bei INiTS kennen zu lernen. Wir haben dort zwei Jahre miteinander gearbeitet, unsere Stärken und Schwächen identifiziert und uns gemeinsam weiterentwickelt. Zwischen uns hat die Chemie einfach gepasst und dann hat nur noch die Idee dafür gefehlt, was wir zusammen starten möchten. Aber darauf mussten wir nicht lange warten!

War es denn schon immer euer Traum mal selbstständig zu sein?

Das Thema Selbstständigkeit war für uns immer präsent. Dadurch, dass wir uns über die letzten Jahre in der Startup-Szene bewegt haben, waren wir mit dem Gründungsgedanken ständig in Kontakt. Zusätzlich passt die Selbstständigkeit sehr gut zu unseren Persönlichkeiten, denn wir arbeiten gerne autonom, hinterfragen Autorität und schätzen persönliche Freiheit sehr. Aber bis vor kurzem hat der zündende Funken, also die Idee für unser eigenes Unternehmen, gefehlt.

Die Gründung ist eine heiße Phase, wie habt ihr auf Schwierigkeiten reagiert?

Als Startup ist man ständig mit Herausforderungen konfrontiert. Unsere größte Sorge am Anfang war, dass unser Produkt uninteressant für unsere User ist. Um herauszufinden, was unsere Zielgruppe sehen möchte, haben wir einfach Interviews geführt und uns den Rat von Medienleute geholt (vielen Dank an dieser Stelle an The Gentleman Creatives und Stuart Jolley-Socea). Nach dem Launch der Videos haben wir dann die Statistiken analysiert und versuchen weiterhin noch unsere Inhalte zu optimieren.

Und wie sieht euer Finanzierungsplan aus?

Derzeit sind wir noch auf der Suche nach Finanzierungsmitteln. Geplant sind natürlich Awards und Fördermittel, aber langfristig wollen wir dann doch primär Einnahmen über knowbie.io gewinnen.

Seid ihr bereits so weit, dass ihr  kostendeckend wirtschaften könnt?

Momentan stecken wir sehr viel Zeit und Energie in den Aufbau der Community. Wir möchten erst testen, wie die Inhalte und das Format bei den Usern ankommen, welche Kanäle wir am besten nutzen. Daher sind wir noch nicht soweit, dass wir kostendeckend wirtschaften können.

Ihr habt vorhin erwähnt, dass ihr euch Rat geholt habt. Wie hat diese Hilfe ausgesehen?

Wir haben enorm viel Unterstützung von den unterschiedlichsten Personen bis jetzt bekommen und sind sehr dankbar dafür! Wir haben uns Knowbies zu jedem Thema ausgesucht, wo wir keine oder kaum Erfahrung haben und uns mit ihnen getroffen und unsere Fragen gestellt. Art Direction und Videoproduktion waren ausschlaggebend für uns, da haben wir sehr gut mit The Gentleman Creatives und Stuart Jolley-Socea zusammengearbeitet. Customer Development und Produktmanagement waren auch neue Begriffe für uns, die wir mit Thomas Schranz, Vlad Gozman oder David Mann vertieft haben. Isabelle Richard und Alexander Franz sind uns mit Rat und ihrem Netzwerk zur Seite gestanden. Zusätzlich gab es noch viele, viele Leute aus der Startup Szene, die uns inspiriert und motiviert haben. Das war also eine wichtige und ausschlaggebende Erfahrung für uns!

Hat sich euer Business Model im Laufe der Zeit verändert?

Momentan haben wir einige Ideen, wie wir knowbie.io monetarisieren können, aber wir fokussieren uns gerade darauf, ein solides Produkt aufzubauen, das die User benutzen möchten. Wir glauben, dass wir gerade anfangs vieles immer wieder anpassen müssen und sollten, bis wir ein passendes Business Model finden.

Schon konkrete Zukunftspläne für knowbie.io?

Wir würden gerne eine neugierige internationale Community aufbauen, die sich mit einer großen Anzahl an smarten Knowbies austauschen kann. Hoffentlich schaffen wir es mit Hilfe der Videos eine Frage-Kultur zu etablieren und so eine Wissensbasis aufzubauen.

Abgesehen von eurem beruflichen Ambitionen, wie sieht eure Work-Life-Balance aus?

Die Selbstständigkeit bringt sowohl viel Freiheit als auch viel Verantwortung mit sich. Natürlich nimmt die Arbeit mehr Zeit ein als früher, aber gleichzeitig schätzen wir es umso mehr, dass wir unseren Tagesablauf selber bestimmen können. Außerdem macht es extrem viel Spaß zusammen zu arbeiten und deswegen fühlt es sich nicht besonders anstrengend an.

Wenn ihr jetzt zurückschaut, welchen Tipp würdet ihr neuen Gründern mitgeben?

Das Wichtigste für uns war der rege Austausch mit erfahrenen Leuten aus der Szene. Wichtig dabei ist, die Angst bei Seite zu legen und offen über Probleme und Learnings zu reden. Wir können es nur jedem empfehlen es konstant zu machen. Man kann viel lernen und es entstehen neue Ideen innerhalb kürzester Zeit.

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