Interview mit sofasession

© sofasession

Gemeinsam Musik machen, einfach eine Runde am Abend jammen. Für viele meiner Freunde war das während der Schul- und Studienzeit ein Fixtermin am Wochenende. Die Betonung liegt auf „war“, denn Zeit ist ein knappes Gut, was man aber keinem Startup- Gründer erst erklären muss.

Helmut Herglotz, Gründer von sofasession, erzählt im Interview mit startablish.at über seine persönliche Motivation sich trotz erfolgreicher Karriere selbstständig zu machen und wie ihm seine berufliche Erfahrung bei sofasession weitergeholfen hat.

sofasession, worum handelt es sich dabei?

Sofasession ist eine Online-Plattform, die Musiker vernetzt um gemeinsam über das Internet zu jammen.

Wie kam es zu der Idee von sofasession?

Seit ich zwölf Jahre alt war, habe ich selber immer gerne Musik gemacht. Mit der Berufstätigkeit und dem damit einhergehenden Zeitmangel wurde es einfach immer schwieriger Zeit für die Musik aufzubringen bzw. sich mit meinen Freunden zum Musizieren zu treffen. Und wenn man mal doch Zeit hatte, gab es da noch immer die Frage nach einem geeigneten und freien Proberaum.

Irgendwann kam dann die Frage bei mir auf, warum wir das nicht online machen und ich bin auf die Suche nach einem Anbieter gegangen und überraschenderweise nicht fündig geworden. Und nachdem hier eine Marktlücke vorhanden ist, habe ich beschlossen selber eine Plattform aufzubauen um genau diese Bedürfnisse zu befriedigen!

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Seit wann gibt es sofasession?

Am 30. Jänner haben wir das zweijährige Jubiläum unseres Konzepts gefeiert. Im April 2015 haben wir letztlich unsere Plattform gelauncht.

Du hast Zeitmangel erwähnt, was hast du vorher gemacht?

Ich war im Bereich Finanzen, Immobilen und Bau tätig und war CFO eines österreichischen börsennotierten Immobilen-Unternehmens. In den acht Jahren die ich dort war, habe ich wirklich enorm viel dazu gelernt und es war eine super Erfahrung, aber das war auch der Zenit für mich und im Endeffekt wollte ich mir einfach noch selber etwas aufbauen. Ein Beratungsunternehmen war der erste Schritt, sofasession der zweite.

sofasession war deine Idee, wer steckt heute aller dahinter?

Ich habe tatsächlich so gut wie alleine gestartet. Nachdem ich keinen technischen Background habe, habe ich beim ersten Prototypen mit einem Bekannten aus Deutschland zusammengearbeitet, der für die technische Seite verantwortlich war. Das hat auf Dauer aber nicht wirklich funktioniert und ich habe mir ein Team über Stellenanzeigen, Meet-ups, etc. zusammengesucht und gefunden. Besonders das technische Know-how sollte man in-house haben.

Meinen jetzigen Co-Founder kenne ich schon länger und wir haben einiges gemeinsam. Er hat ebenfalls einen musikalischen Background und auch davor in der Immobilienfinanzierung gearbeitet. Uns beiden liegt sofasession sehr am Herzen und die Arbeit daran macht einfach Spaß!

Wie finanziert sich sofasesson bisher?

Ich bin durch meine vorherige Tätigkeit finanziell unabhängig, konnte also mit sofasession und einem gewissen Startbudget einfach darauf los starten. Zusätzlich konnten wir mittels Förderungen die Plattform weiterentwickeln. Das war sicherlich sehr hilfreich, denn komplett ohne diese Anfangsfinanzierung halte ich es für ausgesprochen schwer – nicht unmöglich, aber schwer – ein Startup aufzubauen.

Habt ihr euer Businessmodell bereits adaptieren müssen?

Unser Businessmodell ändert sich laufend und es wird sich auch noch weiter verändern. Noch vorm Start vor zwei Jahren, hatten wir ein ganz anderes Konzept, aber mit den ersten Usern kommt auch das erste Feedback und man kann und sollte sein Produkt so adaptieren, dass es für deine Kunden attraktiv ist. So hat sich letztlich auch der Business Case verändert, aber das ist ganz normal.

Wo würdest du sagen gab es Probleme bei der Gründung ?

Konkrete Probleme bei der Gründung gab es für mich keine. Dadurch dass ich bereits vorher viel Know-how mitgebracht habe, sowohl durch meine Arbeit im internationalen Geschäft als auch bei meinem eigenen Unternehmen, weiß ich beispielsweise wie man eine GmbH gründet und was man beachten muss.

Ich denke, dass es genau das ist, was für junge Gründer eine Hürde darstellt, denn man muss wirklich unglaublich viele Sachen bedenken. Gewerbeanmeldung, Steuernummer, Jahresabschluss – das sind nur einige wenige Punkte. Wenn man vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit wechselt ist das eine große Umstellung und Herausforderung! Da würde ich jedem empfehlen sich an ein Gründercenter zu wenden. In Wien gibt es ja einige mit einem guten Angebot!

Die üblichen Startschwierigkeiten gab es dennoch. Besonders intern war es für mich persönlich schwer ein technisches Team zusammenzustellen, da ich absolut keine Ahnung hatte welche Fähigkeiten und welches Know-how bei sofasession überhaupt gefragt waren. Als Laie muss man sich in diese Welt erst hinein arbeiten.

Zukunftspläne ?

Wir sind gerade mitten im Fundraising um den Grundstein für die Expansion nach Deutschland zu legen. Außerdem wollen wir heuer einen verstärkten Fokus auf die Nutzerakquise legen. sofasession zu skalieren und zu expandieren ist im Moment die größte Herausforderung, aber wir nehmen sie gerne an!

Man kann ja sagen, dass du schon sehr viel Erfahrung mit in dein Startup gebracht hast, was wären deine Tipps für zukünftige Startup- Gründer?

Wenn du eine Idee hast, probier sie aus! Solange dein Startup eine gewisse Größe nicht überschreitet oder du zu viele Fixkosten hast, ist das Risiko überschaubar!

Mit einem ersten Prototyp kann man nichts falsch machen und wenn man dann das Gefühl hat, dass ist der richtige Weg, dann kann man sich noch immer mit der Strukturierung auseinander setzen.

So würde ich es auch machen, wenn ich nochmal an diesem Punkt stehen würde. Einen Prototypen herausbringen, sich von den Usern Feedback holen und den Markt analysieren. Und wenn es dann losgeht, dann kann und soll man richtig durchstarten!

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