Playbrush am Pioneers Festival: Edutainment im Badezimmer

(c) Playbrush

Edutainment im Badezimmer

Es kann ganz schön schwierig und nervenaufreibend sein ein kleines Kind tagtäglich zum Zähneputzen zu überreden. Viele Eltern haben deshalb sicher erleichtert aufgeatmet als sie von Pauls Erfindung gehört haben. Playbrush ist ein Device, das gewöhnliche Zahnbürsten in Spiele-Controller verwandelt und damit das Zähneputzen zum lustigen Abenteuer macht. Das Unternehmen wurde im August 2014 gegründet und hat einen Sitz in Wien und London. Im Gründerteam sind neben Paul Varga auch noch Matthäus Ittner und Tolulope Ogunsina, unterstützt werden sie mittlerweile von acht weiteren MitarbeiterInnen. Letztes Jahr konnte das Team die Pioneers pitching competition gewinnen – auch heuer waren sie wieder am Festival und haben mit uns geplaudert.

Hallo Paul, kannst du uns ganz zu Beginn kurz erklären wie Playbrush funktioniert?

Playbrush ist ein kleines Device, das auf jede normale manuelle Zahnbürste passt. Es verwandelt die Zahnbürste in einen Spiele-Controller, damit können die Kinder während sie Zähneputzen am Handy oder am Tablet der Eltern Spiele spielen. Dabei sind die Spiele so konzipiert, dass sie Kindern beibringen wie man richtig die Zähne putzt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Eigentlich über mein kleines Taufkind. Der putzt einfach nicht gerne die Zähne und seine Mutter hat ihm immer das iPad ins Badezimmer gestellt und ihm Youtube Clips gezeigt. Das funktionierte insoweit, dass er zwar stehen blieb aber die Zahnbürste nicht wirklich bewegt hat. Ich hab mir dann gedacht, wenn man das Video mit der Zahnbürste verbindet, könnte man ihn vielleicht zum ordentlichen Zähneputzen bringen.

Was ist der USP eures Produkts?

Der USP sind eigentlich zwei Dinge: Auf der einen Seite ist Playbrush keine Smart Toothbrush sondern ein Device, das mit jeder herkömmlichen Zahnbürste funktioniert. Familien können sich also eine Playbrush teilen. Das zweite ist der Gamification Effekt beim Zähneputzen. Für Mütter und Väter die ihre Kinder am Abend ins Bett oder in der Früh in die Schule bringen müssen ist Zähneputzen oft eine echte Challenge. Durch das spielerische Element macht das Zähneputzen mit der Playbrush den Kindern plötzlich Spaß.

Ich habe gelesen ihr arbeitet gemeinsam mit Kindern an der Produktentwicklung. Wie genau kann ich mir das vorstellen?

Das sollte man sich jetzt natürlich nicht bildlich wie im 18. Jahrhundert vorstellen. Wir haben Playbrush in vielen kleinen Schritten entwickelt. Auch jetzt fahren wir immer wieder zu Familien in Österreich und in UK und testen die Playbrush. Wir geben den Kindern die Playbrush, beobachten sie beim Spielen, stellen Fragen und entwickeln daraus neue Features. Mit der adaptierten Playbrush kommen wir dann zu den Kindern zurück und testen es wieder. Die Kinder sind für uns also der wichtigste Feedbackloop und jedes Feature wird vorher mit ihnen ausprobiert.

Ihr habt letztes Jahr im Mai eine Kickstarter Kampagne durchgeführt. Wie war eure Erfahrung damit?

Sehr gut. Es ist wirklich ein super Tool fürs Branding. Wir hatten Dank Kickstarter auf der ganzen Welt Media Coverage und haben viele Kunden erreicht, die wirklich begeistert vom Produkt waren.

Wie lange hat es von der Idee bis zum Release des Produktes gedauert?

16 Monate

Das war sicher eine sehr anstrengende Zeit…

… ja wobei es nicht wirklich weniger anstrengend geworden ist.

Was war für dich als Unternehmer die wichtigste Erkenntnis seit du das Startup gegründet hast?

Es gab natürlich mehrere Erkenntnisse aber die wichtigste war: Ein Startup ist harte Arbeit und man darf nicht aufgeben. Die meisten Dinge die bei uns heute sehr gut funktionieren, haben beim ersten Mal nicht geklappt. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen, einfach nochmal probieren und dann funktioniert es sehr oft. Ich glaube, man kann sein Glück schon etwas forcieren wenn man sehr hart daran arbeitet.

Was hast du eigentlich vor der Gründung des Startups gemacht?

Ich habe im Bereich Early Stage Investments gearbeitet. Ich habe einem Investor dabei geholfen, coole Startups zu finden und auf der anderen Seite habe ich Startups, die bereits einen Investor hatten, unterstützt noch weiter zu wachsen.

Du hast dein Unternehmen in London gegründet. War das Weggehen aus Österreich wichtig für dich als Unternehmer?

Als Person war es auf jeden Fall wichtig für mich. Jedes Mal wenn man umzieht verlässt man seine comfort zone und erlebt neue Dinge. Ja, London hat mich sicher sehr geprägt – ich lebe auch noch immer dort, es hat mich noch nicht losgelassen.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

So viele Playbrushes in so viele Badezimmer wie möglich zu bringen! Auf der einen Seite wollen wir dafür unseren eigenen Online Kanal skalieren, unsere Amazon Verkäufe ausbauen und weitere Partner finden die unsere Playbrush verkaufen.