Interview mit Nicolaos Tsirigotis von ivii

© ivii | ivii.assist

Das österreichische Spin-off ivii hat sich auf intelligente Assistenzsysteme im B2B- Bereiche spezialisiert und schafft es als einziges österreichisches Startup 2016 in das IoT Accelerator- und Inkubationsprogramm Challenge Up! von Intel, Cisco und der Deutschen Telekom.

Im Interview mit startablish spricht Nicolaos Tsirigotis, Chief Sales Officer von ivii, über Spin-offs und Startups sowie über die Erfahrungen und Vorteile der Startup-Initiative ChallengeUp!.

Was ist ivii und wie unterscheidet es sich von anderen Assistenzsystemen?

Wir entwickeln intelligente Assistenzsysteme, die eine innovative Verbindung aus Software- und Hardwarekomponenten ermöglichen und aktuelle Technologien, wie Cloud-Services und Augmented Reality, direkt integrieren. Der Einsatz von Bildverarbeitung, Sensorik und Analytics steigert die Qualität, Performance und Effizienz von Unternehmensprozessen in industriellen Produktionsumgebungen. Die Besonderheit an ivii ist, dass wir ein zentrales Softwaresystem entwickelt haben, das in Kombination mit Tablets, Smartphones und Datenbrillen das Servicepersonal mit Informationen und visualisierten Daten bei der Mensch-Maschine-Interaktion unterstützt.

© ivii
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Ihr seid ein Spin-off der Knapp AG, würdet ihr euch trotzdem als Startup bezeichnen und wie kam es zu der Idee von ivii?

Wir bezeichnen uns schon als Startup, da wir als ivii eine völlig andere Unternehmensstruktur aufbauen. Zusätzlich bedienen wir neue Märkte, die nicht zu den Standardmärkten unserer Muttergesellschaft gehören. Die Idee zum Spin-off ist durch Anfragen nach Produkten entstanden, die neuartige Vertriebs-und Servicestrukturen verlangt haben. Wir haben hier eine Marktlücke entdeckt und die Nachfrage mit ivii gedeckt.

Inwieweit beeinflusst die Zugehörigkeit zur Knapp AG euer Tagesgeschäft?

Wir haben den Vorteil, dass wir in Verhandlungen auf unsere Expertise mit der KNAPP AG zurückgreifen können, was für jeden Industriekunden jedoch offen nachvollziehbar ist.

Wie sieht euer Geschäftsmodell aus?

Wir haben ein mehrstufiges Geschäftsmodell entworfen, das sich klar an den Servicedienstleistungen unserer Kunden orientiert. In naher Zukunft werden wir kostendeckend wirtschaften und auch noch ein stetiges Wachstum verzeichnen können.

Was sind die größten Herausforderungen für ein Startup im B2B- Bereich?

Wir sind sehr stark im Industrieumfeld mit unseren Lösungen im DACH-Raum vertreten. Ich denke, die größten Herausforderungen für ein Startup sind die bezahlten proof-of-concepts und die Entwicklung von Prototypen noch bevor es um den offiziellen Rollout geht.

© ChallengeUp!
© ChallengeUp!

Ihr wart Teil der Startup-Initiative ChallengeUp! 2016, wie habt ihr die Jury überzeugt?

Wir konnten die Jury mit unserem Geschäftsmodell basierend auf nachvollziehbaren Use cases überzeugen. Trotzdem war es kein Spaziergang, immerhin haben sich über 300 Startups Anfang 2016 beworben und wir haben einen mehrstufigen Bewerbungsprozess durchgemacht bis wir es dann unter die zwölf auserwählten internationalen Startups der ChallengeUp! geschafft haben.

Was sieht das siebenmonatige Inkubationsprogramm aus?

Mit ChallengeUp! sind wir zu verschiedenen Startup-Hotspots in Europa, darunter Berlin, Dublin, Krakau und London gereist und konnten dort Kontakte knüpfen und unserer Produkt vorstellen. Ergebnis dieses intensiven Programms sind Anwendungsfälle aus den Bereichen Analytics, intelligente Technologien und Industry 4.0. Außerdem erhielten wir ein super Mentoring und viel Unterstützung in Form von Ressourcen, Coaching sowie Zugang zu Partnern von Intel, Cisco und Deutsche Telekom.

Wie lautet euer Fazit der ChallengeUp! – Initiative?

Fazit: genial! Wir profitieren vom Know-how sowie von der Business- und Sales-Power der drei großen Player. Die Vorteile sind einfach kürzere Markteinstiegsprozesse sowie Synergien mit etablierten, erfolgreichen Unternehmen. Wir arbeiten auch nach der Initiative weiter an gemeinsamen Kundenprojekten, die sich in den letzten Monaten ergeben haben.

Wie sehen eure nächsten Schritte aus?

ivii wird 2017 auf jeden Fall in der Öffentlichkeit sich mehr sichtbar machen, indem wir verstärkt auf Online Marketing setzen.

Hast du noch einen Tipp für andere Gründer?

In einem Startup zu arbeiten ist kein 9-to-5 Job, man könnte es auch so sagen: Man ist always on the run, aber es macht fun! 😉