Interview mit Manuel Klabacher von Folyo

(c) Folyo

Das österreichische Startup Folyo kombiniert klassische Außenwerbung mit den Vorteilen digitaler Werbung und bietet Kunden somit eine neue Möglichkeit die Reichweite ihrer Werbekampagnen zu tracken, zu messen  und anhand weniger Klicks anzupassen und zu skalieren.

Folyo- Gründer Manuel Klabacher erzählt im Interview mit startablish, wieso das Branding “Startup” nicht immer nur förderlich ist und wieso sie sich für 5starts als Inkubator entschieden haben.

Welches Geschäftsmodell steckt hinter Folyo?

Folyo ist eine Werbeplattform, die werbetreibende Unternehmer und Fahrzeuglenker zusammenbringt mit dem Ziel tatsächlich effektiver Werbung. Der Werber definiert die Zielgrößen seiner Kampagne, Ort, Dauer der Schaltung und Anzahl der Fahrzeuge und lädt diese hoch. Die Lenker wählen die Kampagne über die Folyo App aus, lassen ihr Auto folieren und fahren los.

Was unterscheidet euch vom Mitbewerb?

Wir wollen ein faires Abrechnungsmodell etablieren. Die Lenker bekommen pro gefahrenen Kilometer gezahlt, der Werbetreibende hingegen zahlt nur pro Kontaktchance. Das heißt wir kombinieren die Vorteile, die die digitale Werbung bietet mit der Außenwerbewelt-

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Wie kam es zu der Idee von Folyo?

Ich bin selbst seit über zehn Jahren in der Werbung und hatte mit Partnern eine Agentur in Salzburg und in Wien. Als Agentur haben wir natürlich auch Außenwerbung für unsere Kunden gebucht, aber ich habe mich damals oft gefragt, wofür bezahlen wir eigentlich? Man hat im Grunde kein Feedback erhalten, wie viele Menschen erreicht wurden und diesem Unwissen wollen wir mit Folyo entgegensteuern. Bei Folyo bezahlt der Kunde nicht für einen Aufkleber auf einem Auto, sondern dafür gesehen zu werden.

Woher kennt sich das Team?

Das Gründerteam, inklusive mir selber, kennt sich über die Wirtschaftsuni Wien. Nachdem wir aber aus unterschiedlichen Richtungen kommen und auch dementsprechend unterschiedliche Erfahrungen miteinbringen, ergänzen wir uns sehr gut. Unseren Entwickler haben wir über 5starts im Sektor5 kennengelernt, da er selbst von dort aus gearbeitet hat. Nachdem wir ins Gespräch gekommen sind und ihm das Konzept gefallen hat, ist er nun bei uns eingestiegen. So einfach kann’s gehen!

(c) Folyo
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Ihr wart Teil des 5starts- Inkubationsprogramm, wie kam es dazu?

Bei der Gründung im März haben wir uns das unterschiedliche Angebot an Inkubatoren und Institutionen in Wien angeschaut und uns letztlich bei 5starts beworben. Die Leute sind dort wirklich engagiert und haben einfach ein Interesse daran, dich und dein Startup weiterzubringen –  das hat uns sehr gut gefallen. Man muss dazu sagen, wir sind ein sehr junges Startup und sind jetzt mit dem tatsächlichen Produkt innerhalb eines halben Jahres fertig geworden. Das wäre so nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von 5starts, da es den gesamten Prozess einfach beschleunigt hat.

Welche Leistungen beinhaltet die Zusammenarbeit mit 5starts?

Angefangen beim Thema Finanzierung über externe Unternehmensberatungen bis hin zur Vernetzung mit den passenden Leuten. Die Leute von 5starts schauen sich dein Startup sehr genau an und versuchen dann Lücken zu füllen.

Ihr seid Anfang November in den Startup Campus von A1 gezogen, wie sieht die Kooperation hier aus?

Neben den Büroräumlichkeiten und der Infrastruktur, die wir zur Verfügung gestellt bekommen, arbeiten wir mit A1 vor allem im Bereich der Smart Data Analyse zusammen, was gerade im Hinblick auf unser Abrechnungsmodell ein sehr wichtiges Thema ist.

Stichwort Finanzierung – wie habt ihr das bisher gemacht?

Bisher haben wir uns aus Eigenmittel und Förderungen finanziert.

Du hast es erwähnt, ihr seid ein sehr junges Startup, wie sieht es mit der Bereitschaft etablierter Unternehmen aus mit euch zu arbeiten?

Die Erfahrung, die wir bisher gemacht haben ist, dass die Bezeichnung „Startup“ nicht immer unbedingt förderlich ist. Mit Startups verbindet man oft leider einfach eine Gruppe an Club Mate trinkender, Kicker spielender Freunde. Dabei geht es ums Geschäft, man muss das Produkt in den Vordergrund stellen und verkaufen.  Es ist ja auch immer eine Sache der Kommunikation auf Augenhöhe, wie man sich etablierten Unternehmen gegenüber präsentiert.

„In einem Startup zu arbeiten und es voranbringen zu wollen, ist etwas ganz anderes als es das klassische Startup- Klischee einem vermitteln möchte.”

Habt ihr schon Zukunftspläne geschmiedet?

Einerseits planen wir eine weitere Expansion in die Bundesländer und ab 2017 nach Deutschland, um einfach den Markt für unsere Kunden zu vergrößern. Andererseits arbeiten wir an Erweiterungen unseres Produktportfolios in der Außenwerbung.

Die letzten Monate waren bei euch eine intensive Zeit, kannst du anderen Gründern ein paar Tipps geben?

Gerade in der Anfangsphase ist es unglaublich wichtig hinauszugehen, sein Produkt zu testen und Feedback einzuholen. Es bringt sich nichts aus seinem Produkt ein großes Geheimnis zu machen, sondern im Gegenteil man sollte mit so vielen Leuten wie möglich sprechen. Es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der jemanden kennt und so weiter. Daraus können sich zahlreiche Möglichkeiten und Chancen eröffnen, die man auf jeden Fall nützen sollte.