Interview mit leichtgemacht.at

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Jeder der schon einmal umgezogen ist weiß, gute Freunde sind Goldwert. Aber nicht immer können und wollen Freunde Kisten schleppen, schwere Möbel durch ein viel zu enges Treppenhaus manövrieren oder verzweifelt den Parkplatz direkt vor dem neuen Heim verteidigen.

Aus diesem Grund gibt es das wunderbare Geschäftsfeld der Umzugsfirmen, die es zumindest in Wien im Überfluss gibt. Michael Schneider, Gründer von leichtgemacht.at. erklärt, was es dazu braucht den Überblick in diesem Dschungel zu behalten und welchen Beitrag leichtgemacht.at hier leistet.

leichtgemacht.at in zwei Sätzen?

leichtgemacht.at ist Österreichs erster Umzugsvergleich mit Sofort- Ergebnis. Wir helfen unseren Kunden die passende Umzugsfirma zu finden.

Und wie ist diese Idee entstanden?

Im Endeffekt war es der klassische Startup-Weg! Erstmal hat man ein Problem – ich bin 2014 sehr oft umgezogen und weil meine Freunde zwar super sind, aber auch nicht immer Zeit haben, musste ich einmal eine Umzugsfirma engagieren. Ich hab versucht mich im Internet schlau zu machen, aber das war komplett undurchsichtig und intransparent. Ich wurde förmlich von Angeboten erschlagen und konnte mir überhaupt keinen Überblick verschaffen eher im Gegenteil! Nur durch Zufall bin ich dann zu einer guten Firma gekommen. Das Thema hat mich noch lange beschäftigt, besonders die Frage wie kann man das Problem auch für andere lösen, wie schafft man einen besseren Überblick?

Wie lange hat es von eurer Idee zum go alive gedauert?

Bei mir hat es von 0 zur Beta etwa ein Jahr gedauert! Ich habe aber auch schon von anderen gehört, dass ein Jahr sehr lange ist, aber ich denke, dass das von so unterschiedlichen Faktoren abhängig ist. Mein Co-founder und ich arbeiten beide hauptberuflich und daneben noch zusätzlich an leichtgemacht.at – zwei Jobs nehmen viel Zeit in Anspruch! Zum Glück war die Teamfindung selbst sehr leicht. Durch Markus, der ehemals bei durchblicker.at als Entwickler gearbeitet hat, habe ich viel gelernt und unsere Zusammenarbeit funktioniert super.

Passend zum Teamwork, wie habt ihr euch denn kennengelernt?

Früher habe ich als DJ und Veranstalter im Raum Wien gearbeitet und Markus war Stammgast bei diversen Veranstaltungen. Dadurch hatte ich noch im Hinterkopf, dass er bei durchblicker.at mitentwickelt hat. Ich habe ihn dann einfach angeschrieben und mit der Idee konfrontiert. Darauf folgte eine wochenlange Austausch- Phase um ein Konzept zu erarbeiten und den besten Weg zur Umsetzung zu finden. Markus Vorerfahrungen in Bezug auf Vergleichsportale haben sehr geholfen. Nach ein paar Wochen waren auch die letzten Zweifel aus dem Weg geräumt und der Startschuss zur Entwicklung fiel.

Was hast du vor leichtgemacht.at getan?

Davor habe ich hobbymäßig eine Event OG gegründet, die dann auf Grund des Erfolgs zu einer seriösen Nebenbeschäftigung geworden ist. Hier habe ich viel gelernt, was mir bei leichtgemacht.at sehr hilfreich ist.

© Maximilian Röder / www.maxroeder.com
© Maximilian Röder / www.maxroeder.com

Wie schaut es mit der Finanzierung aus?

Wir finanzieren uns derzeit aus eigener Tasche.

Hattet ihr professionelle Hilfe von Dritten oder habt ihr auf gut Glück den Sprung ins kalte Wasser gewagt?

Wir haben bei essential-research bzw. Rene Nachtnebel einen Gründer-Führerschein absolviert, eine Art Workshop, in der man gemeinsam das eigene Konzept auseinandernimmt und testet. Das hat mir sehr geholfen und hat mir viele Fragen beantwortet, die ich anfangs hatte. Außerdem habe ich mit vielen Leuten gesprochen und sie gebeten mir Feedback zu geben. Ein Austausch, wie er beispielsweise auf Netzwerktreffen stattfindet, ist gerade am Anfang unglaublich wichtig.

Sind dir beim Gründen irgendwelche gröbere Probleme in Erinnerung geblieben, auf die ihr gestoßen seid?

Beim Gründen selbst ehrlich gesagt nicht. Nachdem ich ein Einzelunternehmen gegründet habe, war der Vorgang an sich nicht besonders kompliziert, ebenso der Eintrag ins Firmenbuch – außer Zeit hat das nicht viel gekostet. Ich habe bewusst ein Einzelunternehmen gegründet, denn das ist im Prinzip alles, was ich derzeit benötige. Sobald Investoren kommen und sich für uns interessieren, kann man immer noch auf eine GmbH umsteigen. Als Problem würde ich es zwar nicht bezeichnen, sondern eher als Hürde, aber ich habe noch den internen Algorithmus in Erinnerung. Es war schwierig den richtigen Preis zu berechnen, aber auch diese Hürde wurde gemeistert. Und natürlich war es auch ein hartes Stück Arbeit die Umzugsfirmen zu begeistern, mittlerweile gibt es jedoch sogar eine Warteliste für Wien aufgrund des Überangebotes.

Abgesehen von deinen beruflichen Ambitionen, wie sieht deine Work-Life-Balance aus?

Das läuft ganz gut! Ich habe ja vorher schon durch meine Selbstständigkeit viel am Wochenende gearbeitet. Privat versuche ich trotzdem abzuschalten und da hilft mir meine Familie sehr gut dabei. Man braucht einen guten Ausgleich! Man muss auch zeitlich berufliches und privates trennen können und das funktioniert bei mir recht gut.

Dein Blick in die Zukunft, wo seht ihr euch in den nächsten Jahren?

Wir haben in Wien gestartet, unser nächstes Ziel lautet Graz. Vertriebstechnisch interessant ist natürlich jede größere Stadt Österreichs, in denen das Konzept auch Sinn macht. Früher oder später planen wir auf Fälle Österreich flächendeckend zu erreichen und als nächsten den DACH Raum. Für solche Pläne wäre aber natürlich ein Investor hilfreich.

Welche Tipps würden dir spontan einfallen, die du neuen Gründern mitgeben willst?

Auf jeden Fall sollte man wichtige Entscheidungen ein paar Nächte überschlafen, ich bin nicht der Fan von schnell schnell! In Ruhe recherchieren, sich umhören, Feedback entgegennehmen und keine Angst vor Ideendiebstahl entwickeln! Austausch ist essentiell! Auch MVP (Minimum Viable Product) ist eine wichtige Möglichkeit und Chance das minimale Produkt zu testen und auf Kunden Feedback einzugehen, das kann einem einen Fehltritt ersparen!

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