Interview mit GoQuoty

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www.goquoty.at Anwälte, Steuerberater und Notare – wenn ich an diese Berufsgruppen denke, hat diese fachliche Beziehung zwischen Dienstleister und Klienten für mich immer etwas von einer gewissen Abhängigkeit. Man muss einfach vertrauen, dass Preis und Leistung zueinander passen. Denn wenn man einmal einen Anwalt braucht, dann vergleicht man selten die Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Kanzleien. GoQuoty versucht mit seinem Angebotsportal mehr Markttransparenz zu schaffen und dem Kunden ein Vergleichswerkzeug in die Hand zu legen.

startablish.at im Interview mit den beiden Gründern Florian Fazekas und Nicolas Haunold.

Kurz gefragt, was ist GoQuoty?

GoQuoty ist eine Angebotsplattform, die es Unternehmen und Privatpersonen ermöglicht Angebote von konservativen Dienstleistern, wie beispielsweise Rechtsanwälten, Steuerberatern, Buchhaltern, Notaren und Consultants einzuholen und sie direkt zu vergleichen.

Wie kam es zu dieser Idee bzw. zu dieser speziellen Segmentwahl?

Florian weiß durch sein Studium und seine Tätigkeiten im Rechtsbereich, dass diese Branche sehr konservativ und leider auch nicht immer sehr transparent ist, wodurch er sich dazu entschlossen hat, daran etwas ändern zu wollen. Durch einen gemeinsamen Kollegen, Andreas, wurde er aufmerksam, dass dessen dänische Freunde mit einer in Planung stehender Online-Plattform ähnliches vorhatten. Zu fünft wurde dann beschlossen, warum Konkurrenz, wenn es auch als Team geht und dies war bereits der erste Schritt zur Gründung unseres Startups. Während eines gemeinsamen Kennenlernens im Februar 2015 in Dänemark haben wir dann in etwa drei Tagen die Konzepte zusammengeführt sowie überarbeitet und innerhalb von fünf Monaten den ersten Prototyp entwickelt.

Das Feedback der User und Partner, das wir seitdem und vor allem seit unserem offiziellen Launch im Jänner diesen Jahres erhalten, hilft uns sehr mögliche Problemquellen zu erkennen und auszubessern.

Vergleichsportale sind ein beliebtes Startup- Konzept, was macht GoQuoty einzigartig?

Simplicity! Das war und ist für uns das Wichtigste! Natürlich gibt es ähnliche Modelle, jedoch nicht in diesem Segment. Uns geht es darum, dass unsere User, egal ob Privat- oder Firmenkunden, in kürzester Zeit mit möglichst geringem Aufwand maßgeschneiderte Angebote für die gesuchten Dienstleistungen bekommen. Im Endeffekt sind es nur drei Steps: der Kunde schickt eine Anfrage, bekommt drei konkrete Angebote retour und wählt das für sich am besten passende aus! That’s it!

Dänemark, Österreich, woher kennt ihr euch eigentlich?

Lustige Geschichte, aber wir beide kennen uns bereits aus dem Kindergarten, somit schon sehr lange. Wir sind zwar immer unsere eigenen Wege gegangen, aber mit GoQuoty arbeiten wir mal wieder gemeinsam an einer Sache! Es gab zwar noch andere Ideen, aber GoQuoty hat uns beide zu 100% überzeugt. Das Potential und die Nachfrage sind sowohl auf Kunden- als auch Dienstleisterseite da, warum also nicht gemeinsam launchen?

Und auch das restliche Team ist der Wahnsinn! Bei dem ersten, durch Andreas ermöglichten Kennenlernen mit unseren beiden Dänen, Dan und Anders, haben wir uns alle super verstanden, wussten sofort, dass die persönliche Konstellation absolut passt und sind mittlerweile sehr gute Freunde geworden!

Was macht ihr denn neben GoQuoty noch so?

Ich, Florian, studiere Rechtswissenschaften am Juridicum und habe mit siebzehn neben der Schule als IT-Administrator in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten begonnen. Vor zwei Jahren habe ich dann den Schritt in die Selbstständigkeit als Web Developer gewagt. Die Kombination daraus und die Tätigkeit in der Kanzlei war mit Sicherheit ein wesentlicher Faktor zur Idee von GoQuoty, weil man einfach mitbekommt, wie sehr diese Branche Verä nderung und Transparenz benötigt.

Nicolas studiert nebenbei Medieninformatik an der Uni Wien und ist eigentlich seit der Geburtsstunde des iPhones in der App-Entwicklerszene drinnen und hat sehr früh begonnen eigene Programme und Apps zu schreiben. Die letzten zwei Sommerferien hat Nicolas noch Praktika im Mobile Team bei Airbnb gemacht, heute hat er sein eigenes Startup – so schnell kann‘s gehen!

Wie finanziert sich GoQuoty derzeit?

Über Bootstrapping. Wir haben in unserem Team in jedem Bereich jemanden der sich auskennt, so sparen wir immense Kosten. Aus diesem Grund müssen wir auch nur in den seltensten Fällen die Hilfe von Externen in Anspruch nehmen.

Welchen Problemen seid ihr bisher gegenübergestanden?

Wie gesagt, wir konzentrieren uns auf sehr konservative Dienstleistungsbranchen, denn dort gibt es noch viele Aversionen gegen neue Medien und Online-Tools. Für unsere Partner, also die Dienstleister, ist GoQuoty prinzipiell kostenfrei. Erst wenn der Endkunde einen Abschluss macht, zahlt der Dienstleister ein kleines Nutzungsentgelt. Anfangs gab es diesbezüglich noch recht viele Missverständnisse. Wir mussten vielen Dienstleistern das Produkt genau erklären, bis sie es letztendlich verstanden haben.

Auf der Userseite hatten wir uns bezüglich user experience vielleicht zu Beginn zu sehr auf die Dienstleister konzentriert und zu wenig auf den Endkunden. Wir sind ein kleines Entwicklerteam und deshalb hat das auch eine Weile gedauert bis wir alles so umgesetzt haben, dass wir alle zufrieden waren.

Wie sehen denn eure Zukunftspläne aus?

Ganz klar die Welt erobern! Spaß bei Seite, also wir wollen unsere Traction in Österreich ausbauen und dann auch schon relativ bald in weitere Länder expandieren. Derzeit sind wir in Dänemark und in Österreich am Markt, ab Mai sitzen wir auch offiziell in Frankfurt.

Wie lauten eure Erfahrungstipps für zukünftige Startup- Gründer?

Nicht nur auf die Idee schauen, das ist sehr wichtig! Ich denke, die Idee selbst macht nur ein Prozent des Startups aus. Die restlichen 99% Prozent sind die tatsächliche Ausführung!

Usability ist hierbei enorm wichtig, da kann die Idee noch so gut sein, wenn das Produkt nicht passt, dann ist das ganze Vorhaben sinnlos. Daher steht bei uns auch der wirtschaftliche Aspekt nicht an erster Stelle.

Und man sollte wenn möglich Schlüsselressourcen ins Team holen – ein Entwickler, der zu 100% hinter der Idee steht, arbeitet einfach effektiver! Das Team sollte einfach vielfältig sein, um möglichst viele Bereiche abzudecken.

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