Interview mit Eversports am Pioneers Festival

(c) startablish

Das österreichische Startup Eversports.com, die am stärksten wachsende Sportplattform für Sport- und Freizeitangebote in der unmittelbaren Umgebung, hat einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht und seine dritte Finanzierungsrunde erfolgreich mit 800.000 Euro abgeschlossen.

 

startablish.at hat Eversports-CEO Hanno Lippitsch erst letzte Woche am Pioneers Festival in Wien getroffen und über das Angebot und die Entwicklung von Eversports gesprochen.

Auf eversport.com werden über 130 Sportarten angeboten, welche davon wird am meisten nachgefragt? Könnt ihr spezielle Trends erkennen?

Wir haben nach wie vor die meisten Buchungen im Bereich Ballsport. Tennis ist noch immer die meist gebuchte Sportart, aber auch Fußball hat beim Buchungsvolumen stark aufgeholt und Tennis dabei teilweise schon überholt. Mit der Expansion nach Deutschland haben wir viele Hallen mit Indoor-Fußballfeldern dazubekommen und das verstärkt diesen Trend noch mehr.

Im Sommer planen wir einen großen Release mit dem wir uns noch breiter aufstellen und Sportarten, die Kurs- oder Event basiert sind, wie beispielsweise Fitness oder Yoga, forcieren. Aktuell ist der Bereich noch in den Kinderschuhen, wir haben erste Experimente gemacht, aber bisher noch relativ wenige Buchungen verzeichnen können.

Du hast die Expansion nach Deutschland bereits angesprochen. Wie gut hat dieser Schritt funktioniert, wie zufrieden seid ihr?

Wir haben Deutschland in vier Regionen unterteilt und vier Büros aufgebaut jeweils eines in Hamburg, Berlin, München und Köln. An jedem Standort haben wir einen Sales Mitarbeiter und einen Account Manager und mittlerweile hat Deutschland Österreich überholt. Es gab zum Glück sehr wenige Hindernisse juristischer oder wirtschaftlicher Art und wir sind wirklich happy mit der Entwicklung. Unser nächstes großes Ziel sind die Niederlande. Der Markt gilt als sehr aufgeschlossen, was Online Booking und Online Affinität betrifft. Wir haben bereits die ersten Verträge und sind gespannt wie es sich entwickelt – die ersten Daten erwarten wir in den nächsten Wochen.

Und wie geht es dann weiter? Was sind die nächsten Ziele?

Wir haben aktuell ein Projekt bei dem wir uns sechs neue Märkte gleichzeitig ansehen. Wir müssen dafür die gesamte Plattform übersetzen, in den neuen Märkten testen und dann abwarten wie sie reagieren. Darauf basierend entscheiden wir, wo wir die nächsten Teams hinschicken.

Wunderlist, DocPlanner, Salonmeister RTAventures und Point Nine Capital haben letztes Jahr 800.000 Euro in eure Idee investiert. Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Investoren? Habt ihr Tipps für Startups was Investor Relations anbelangt?

Ich hatte am Anfang etwas Angst, dass uns die Investoren das Leben schwer machen könnten – das hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Ich bin im Gegenteil wirklich froh, dass wir sie an Bord haben, denn das monatliche Reporting zwingt uns dazu ständig zu reflektieren. So haben wir immer im Blick ob wir hinsichtlich unserer Jahresziele on track sind und wie sich die KPIs verändert haben. Dieser Reflexionsprozess ist glaube ich sehr gesund für die Firma. Mein Tipp ist, dass man die Investoren immer wieder aktiv, in den Bereichen in denen sie gut sind, um Hilfe fragt. Unser Investor Point Nine Capital in Berlin ist zum Beispiel europaweit sehr gut vernetzt, bei denen rufe ich sehr gerne an.

Das Eversport Team ist im letzten Jahr stark gewachsen, wie ist es euch damit gegangen?

Für mich direkt hat die Expansion relativ geringe Auswirkungen gehabt, da ich im Unternehmen für Business Development und Investor Relations zuständig bin und nur das Management-Team manage. Emanuel als CTO und Stefan, der von Sportly dazugekommen ist, als COO haben allerdings beide zehn Leute dazubekommen. Wir merken alle drei, dass wir bei den Prozessen noch viel Optimierungspotenzial haben. Strukturen, die wachsen, haben überall Probleme und die besprechen wir natürlich in den Management Meetings – ich helfe dann wo ich kann. Ich versuche zum Beispiel Emanuel und Stefan mit anderen CTOs oder COOs zusammenzubringen, also externe Experten einzuladen, die unser Management Team mehrere Wochen begleiten um Verbesserungspotential aufzudecken. Unsere Skills wachsen auf jeden Fall mit der Zeit, mit den Herausforderungen und mit dem Unternehmen mit.

Du warst lange Zeit Profisportler und hast sicher sehr viel trainiert. Wie viel Zeit hast du jetzt eigentlich noch zum Sporteln?

Weniger als mir lieb ist aber ich schaue noch immer, dass ich meine Lieblingssportarten ausüben kann. Also Kitesurfen im Sommer und im Winter Skifahren und Snowboarden. Prinzipiell versuche ich in der Früh Sport zu machen, außerdem haben wir jeden Tag um 15 Uhr im Büro eine Sports-Break. Bei dieser Fitness Challenge macht das ganze Office für die Länge von einem Lied gemeinsam Sport.

Ist ein Besuch am Pioneers für dich Pflicht?

Ich habe bisher glaube ich noch kein Pioneers Festival verpasst. Es ist einfach eine super Gelegenheit um spannende Gespräche zu führen. Heuer werden wir auch mit einigen Investoren sprechen, obwohl wir in nächster Zeit keine Finanzierungsrunde geplant haben. Spätestens seit Techstars weiß ich wie wichtig es ist ein gutes Netzwerk aufzubauen und zu pflegen und genau das machen wir hier. Und natürlich gibt es auch einige spannende Vorträge, die wir uns ansehen werden.