Interview mit City Boom

(c) City Boom

Zuhause am Computer habe ich eine lange Liste an Lokalen, die ich gerne mit meinen Freunden besuchen würde. Wenn wir uns dann aber treffen, egal ob zum Brunch oder zum After- Work- Drink, landen wir doch immer wieder in denselben Lokalen.

City Boom versucht diesem Phänomen entgegenzuwirken in dem es einen Lokale in der Nähe vorschlägt und einen gleichzeitig mit Benefits belohnt. Raphael Kaiser, Gründer von City Boom, erzählt startablish.at wie ein Startup einem Marktführer Konkurrenz macht und wie ein Urlaub sein Leben verändert hat.

City Boom – worum handelt es sich bei diesem Startup?

Jeder von uns hat so seine vier bis fünf Stammlokale, in denen er essen geht oder sich mit Freunden trifft. Mit der City Boom – App findest du neue Lokale in ganz Wien. Hotspots, Geheimtipps – hier ist alles dabei. Die App soll einem einfach helfen interessante Lokale zu finden, ein wenig aus dem eigenen Grätzel herauszukommen und Neues zu erleben.

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Raphael Kaiser (c) City Boom

Klingt sehr fein, wie bist du auf diese Idee gekommen?

Ich war mit zwei Freunden in Rom und wir hatten absolut keine Ahnung wo wir hingehen sollten ohne in der klassischen Touristenfalle zu landen. Erster Schritt: Tripadvisor. Wobei wirklich happy waren wir mit der Suche nicht, denn das Problem ist, dass du von der Dönerbude bis zum high-class Restaurant alles dabei hast. Es ist extrem zeitaufwendig bis du endlich mal was gefunden hast und dann musst du erst recht wieder per Map dir den Weg raussuchen. Einfach zach!

Das Thema hat uns dann ziemlich beschäftigt und wir haben versucht Wien durch die Augen eines Touristen zu erleben. Im Internet bekommt man rasch Empfehlungen für Hotels, Clubs oder Lokale, die aber meist nicht das sind, was man sucht.

Und so kam es dann auch zur Idee von City Boom. Wir wollen mit unserer App den Wien- Besuch für Touristen vereinfachen und für Wiener die Stadt vielfältiger machen. Der User soll sehen, welche Lokale gibt es, wo liegen sie, wie komme ich hin und welches Angebot in welcher Preisklasse erwartet mich.

Du hast ja bereits einen großen Konkurrenten erwähnt, warum sollte ich City Boom verwenden?

Weil du bei uns die bestmögliche Empfehlung auf dein Suchprofil bekommst. Bei City Boom ist für jeden etwas dabei.

Und als Zusatzfeature bekommst du mit City Boom Prozente oder andere Benefits bei einem Lokalbesuch, was die Verwendung der App für den User noch attraktiver macht.

Ihr kennt euch alle schon eine Weile, woher?

Wir drei haben früher in Wien einige Events und Clubbings veranstaltet und uns über Freunde kennengelernt. Nachdem wir uns nicht nur gut verstanden haben, sondern alle eine ähnliche Vorstellung von der Zukunft vor uns sehen, war der Schritt zur gemeinsamen Firma nicht mehr so fern. Und ja so kommt es, dass der Florian Schagerl, der Joffray Turpin und ich uns selbstständig gemacht haben und gemeinsam nun City Boom aufbauen.

(c) City Boom
(c) City Boom

Kontakte hattet ihr ja schon in der Szene, was habt ihr sonst so vor City Boom gemacht?

Ich studiere und habe nebenbei zwei Praktika im Marketingbereich absolviert, wobei ich dort eher im Sales war. Florian kommt aus der Gastronomie und Joffray aus der Club- und Bar- Szene. Jeder bringt also passendes Know-how mit und wir können unsere drei Sparten – Restaurants, Club/Bar und Lifestyle – super abdecken.

War denn die Selbstständigkeit immer schon Teil deiner Lebensplanung?

Ja, auf alle Fälle! Ich habe von meinen Eltern immer schon sehr viel aus dieser Richtung mitbekommen, daher gab es auch für mich persönlich kein anderes Ziel.

Klare Worte, aber sich selbstständig machen ist ja nicht günstig. Wie finanziert ihr euer Startup?

City Boom ist zum Großteil aus privaten Geldern finanziert, wir haben aber auch bereits einen Anteil an einen Investor abgegeben.

Das heißt es läuft bei euch, oder? Gab es denn auch Probleme in der Anfangsphase?

Extern gab es nichts nennenswertes, außer das enorm viel Zeit bei den ganzen Amtswegen drauf geht. Intern gab es schon mehr Hürden zum Überwinden, wobei uns besonders die Zuständigkeitseinteilung Kopfschmerzen bereitet hat. Außerdem müssen immer erst Abläufe und administrative Prozesse implementiert werden, was anfangs einfach ein Chaos war.

Zum Glück läuft es mittlerweile wie von selbst – jeder hat seinen Aufgabenbereich und es funktioniert! Herausforderungen gibt es zwar noch immer, aber das gehört dazu und bringt einen weiter!

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(c) City Boom

Wie schauen denn die nächsten Schritte aus?

Ganz klar die App auch auf Englisch anzubieten und es benötigt noch Updates zur Standortoptimierung. In Zukunft wollen wir es auch unseren Usern ermöglichen über unsere App zu bezahlen, dafür arbeiten wir gerade mit einer Londoner Firma zusammen.

Expansion ist ebenfalls ein langfristiges Ziel – London, München, Budapest und Moskau, das sind potentielle Märkte mit hoher Nachfrage. Bei London sind wir gerade intensiv dabei Kontakte zu  knüpfen und wir wollen es auch noch 2016 zum nächsten City Boom Standort machen.

Wir wünschen euch auf alle Fälle viel Erfolg! Hättet ihr noch einen Gründer- Tipp für unsere Leser?

Auf jeden Fall an der Idee dran bleiben, auch wenn es manchmal schwierig ist!

Ehrliches Feedback von den Eltern, Freunden oder Bekannten kann einem genauso weiterhelfen, wie das von erfahrenen Personen aus der Branche. Externe Ratschläge machen einen manchmal erst auf ein Problem aufmerksam, dass man alleine möglicherweise nicht erkannt hätte.

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