Interview mit Candidate- Gründer Markus Mellmann

(c) Candidate

Hattet ihr schon mal ein Date mit jemanden der euch optisch super gefallen hat und je länger ihr euch unterhalten habt, desto uninteressanter ist das Date geworden – einfach weil ihr nicht auf einen gemeinsamen Zweig gekommen seid?

Gründer Markus Mellmann möchte mit Candidate eine neue Form der Dating-Plattformen am Markt durchsetzen. Im Interview erzählt er startablish.at wie man spielerisch Personen kennenlernt und wie sich Freundschaft und Beruf am besten verbinden lassen.

Beschreibe Candidate in zwei Sätzen!

Candidate ist ein mobiles Frage – Antwort Spiel, bei dem man Leute kennenlernen kann ohne vorher ein Bild von ihnen zu sehen. Das Kennenlernen läuft also auf einer tiefergehenden Ebene als bei herkömmlichen oberflächlichen Plattformen ab.

Wie kam es zu dieser Idee?

Candidate ist aus einem anderen Projekt entstanden, das wir davor verfolgt haben. Während der Testphase haben wir festgestellt, dass unsere Vorstellung des Produkts in der Umsetzung nicht eins zu eins möglich ist. Bei der Überlegung zu den nächsten Schritten ist uns dann die Idee zum Konzept von Candidate gekommen. Anfangs wurden wir noch belächelt, aber im Endeffekt stehen wir jetzt hier und starten durch!

Das Geschäft mit der Liebe boomt ja regelrecht, was unterscheidet euch von anderen Dating-Plattformen?

Über uns funktioniert das Kennenlernen auch ohne Bild! Du hast Recht, es gibt einen großen Markt an Online- Dating- Plattformen, wobei aber immer das Profilbild im Mittelpunkt steht, also der Fokus auf das Äußere gelegt wird. In Extremfällen sogar mit Bewertung.

Bei Candidate geht es darum, den Menschen hinter dem Profil kennenzulernen. Man stellt den Leuten fünf Fragen und bewertet dann ihre Antworten danach wie sehr sie den eigenen Interessen entspricht.

Wie sieht euer Business Model konkret aus?

Grundsätzlich ist unser gesamtes Angebot derzeit for free. Die App selbst wird es auch weiter bleiben, das heißt in ihrer klassischen Form, als Candidate Spiel. Wir wollen aber zusätzlich noch ein Freemium Modell einführen, bei dem Erweiterungen und Zusatzfunktionen erworben werden können.

Wie schaut es mit eurem Team aus, woher kennt ihr euch alle?

Derzeit sind wir insgesamt acht Leute und im Prinzip alle aus demselben Freundeskreis. Der Gründer von Candidate hat einfach die Positionen direkt im Freundes- und Bekanntenkreis rekrutiert. Anfang 2013 ist dann noch Dieter Schneider als Business Angel und achtes Mitglied eingestiegen.

Wie hat dein Leben vor Candidate ausgesehen?

Ich hab VWL an der WU Wien studiert. Nachdem ich mich aber mit Candidate selbstständig gemacht habe, ist das Studium relativ schnell in den Hintergrund gerückt.

Finanzierung von Candidate – wie schaut es damit aus?

Wie bereits erwähnt ist Dieter Schneider als Business Angel mit seiner Schneider Holding Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bei uns eingestiegen, die einerseits die Finanzierung übernommen hat und anderseits uns Know- how und ihr Netzwerk zur Verfügung stellt.

Das heißt, ihr könnt auf professionelle Hilfe von außen zählen?

Das Netzwerk, auf das wir durch unseren Business Angel zugreifen können ist sehr wichtig, so können wir uns jederzeit professionelles Feedback holen!

Es war sowohl uns als auch Dieter Schneider wichtig, dass unsere Zusammenarbeit nicht nur eine reine Finanzierungsgeschichte ist, wir sind tatsächlich ein Team! Das ist wirklich viel wert, denn wir profitieren immens von seiner Erfahrung!

Euer größtes Problem bisher, wie hat das ausgesehen?

Ich würde es nicht direkt als Problem, sondern eher als Herausforderung bezeichnen, aber ich denke, dass war unsere Teamaufstellung. Nachdem wir aus einem Freundeskreis heraus entstanden sind, hat man anfangs ein ganz anderes Verhältnis zueinander als wenn man nur auf rein beruflicher Ebene zusammengekommen wäre. Es war ein wichtiger Prozess zu lernen, dass man diese Bereiche trennt. Es gibt gewisse Tasks, bei denen man diskutiert und man unter Umstände aneinander geraten kann, aber das hat nichts mit der Freundschaft zu tun! Das ist einfach ein Problem für das man eine Lösung sucht.

Welchen Tipp würdest du einem Junggründer mitgeben?

Man muss hundertprozentig hinter seinem Startup stehen!

Es ist klar, dass jeder Mensch auch noch andere Interessen hat und jeder sollte selber wissen wie weit man bereit ist zu gehen und wieviel Zeit man wie einsetzt. Man muss einfach Prioritäten setzen und das kann und sollte jeder individuell für sich entscheiden!