Interview mit Aktionsfinder

(c) aktionsfinder

Michael Niedermoser im Interview über das Konzept von „Aktionsfinder“ und wie sich der Einstieg der Österreichische Post AG auf sie ausgewirkt hat.

Worum handelt es sich bei „Aktionsfinder“?

Aktionsfinder ist die digitale Prospektplattform. Wir bieten österreichischen Handelsunternehmen die Möglichkeit, einfach, zielgenau und ohne Streuverluste die physischen Prospekte ins Internet zu verlagern und so mehr Kunden zu erreichen. Den Endkonsumenten ermöglicht Aktionsfinder den ortsunabhängigen Zugriff auf Prospekte und Angebote. Zusätzlich bieten wir als Zusatzfeature durch einen Location Base Service die Navigation per Smartphone zum nächsten Store.

Wie seid ihr auf die Idee zu Aktionsfinder gekommen?

Die Grundidee entstand 2009. Damals wollten wir uns mittels einer einfachen Liste einen Überblick über die Angebote in den Prospekten verschaffen. Diese Liste haben wir als Internetseite entwickelt und entdeckt, dass das auch für andere User interessant sein kann. Daraufhin haben wir uns step by step weiterentwickelt bis wir 2011 den Schritt gewagt haben uns komplett auf die Weiterentwicklung des Konzepts zu konzentrieren.

Was macht euer Produkt so besonders?

Wir sind und waren immer sehr auf das Prospekt fokussiert und sehen uns selbst als elektronischer Prospektverteiler. Unsere User, wissen wenn sie Angebote aus ihrer Umgebung finden wollen, dann schauen sie auf Aktionsfinder nach.

Die Österreichische Post AG ist bei euch als Investor eingestiegen, wie kam es dazu?

Als Marktführer im physischen Prospektmarkt war es der nächste logische Schritt, dass die Post AG auch auf dem digitalen Markt Fuß fasst.  In einem längeren Prozess wurden der gesamte digitale Markt seitens der Post AG gescreent, sowohl in Bezug auf das Business Modell als auch die Prospektplattformen selbst. Aktionsfinder hat dabei als zweitgrößte Prospektplattform überzeugt.

Was hat sich seither geändert?

Durch die Beteiligung der Post AG konnten wir uns, alleine durch die Zunahme an Ressourcen, in allen Bereichen professionalisieren. Im Vertrieb gehen wir weitaus strukturierter vor und können auf eine super Mannschaft zählen.  Dasselbe gilt für Marketing und Kommunikation. Die zur Verfügung stehende Expertise und ihr breiter Erfahrungsschatz, so wie das größere Budget eröffnen völlig neue Möglichkeiten. Das Wachsen der verschiedenen Teams bietet einfach einen super Nährboden für neue Ideen und so wird der Blick auf das Entwicklungspotential stets erweitert.

Uns ist jedoch trotzdem sehr wichtig, die Flexibilität eines Startups zu bewahren. Das kann nur funktionieren, wenn die Spielregeln klar definiert sind. Die gegenseitigen Erwartungshaltungen müssen klar kommuniziert, aber auch von der gegenüberliegenden Position angenommen werden. Jedem Startup muss bei einem solchen Schritt bewusst sein, dass es bei großen Firmen und in Konzernen gelebte Strukturen und Vorgaben gibt, die u.a. durch eine Integration erfüllt werden müssen.

Wie schaut es mit dem Team aus?

Wir haben beide im selben Unternehmen gearbeitet. In dieser Zeit waren wir oft gemeinsam in Europa unterwegs, da hatten wir viel Zeit Ideen auszutauschen und Pläne zu schmieden.

Apropos Pläne, habt ihr bereits konkrete Zukunftspläne für „Aktionsfinder“ geschmiedet?

Die Österreichische Post AG hält aktuell 80% am Aktionsfinder –  wie bereits erwähnt wollen wir aber weiterhin den flexiblen Startup Charakter bewahren, das gilt insbesondere für die Produktweiterentwicklung! In naher Zukunft soll vorrangig am Produkt und seiner Usability gefeilt werden um so die Userzahlen stetig weiter auszubauen. Vertrieblich bieten wir unseren B2B-Kunden in Zukunft das ideale Package aus physischem und digitalem Prospekt aus einer Hand an.

Letzte Frage, wie lauten eure Tipps an ein neues Startup?

Glaubt an eure Idee, bleibt aber realistisch! Rechnet euer Geschäftsmodell durch und hinterfragt euch selbst kritisch!

Die Einschätzungen zu Beginn sind oft sehr blumig und in der Theorie einfach und sehr schön zu rechnen. Das Geschäftsmodell muss aber kontinuierlich der Realität angepasst werden. Basis ist eine ordentliche Recherche und ausreichend Zeit für die Planung, auch wenn es schon in den Fingern juckt und man am liebsten gleich mit der Umsetzung seiner Idee loslegen möchte.

Man sollte flexibel bleiben, keine Angst vor Veränderungen haben und auf diese schnell reagieren. Trotzdem darf man nie das „eine“ große Ziel aus den Augen verlieren! Bei der Produktentwicklung beispielsweise immer den User im Fokus behalten und sich auf die Key Features konzentrieren.