Der Stellenwert des geistigen Eigentums für einen Inkubator (Teil 2)

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Teil 1 des Beitrags hat sich mit der Definition des Freedom-to-Operate (FtO), dem schematischen Ablauf einer FtO Analyse und der Frage beschäftigt, welche Optionen bei Vorliegen eines erheblichen Verletzungsrisikos zur Verfügung stehen. Im zweiten Teil dieses Artikels konzentrieren wir uns auf den Schutz vor unerwünschter Nachahmung.

Alleinstellungsmerkmale als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Schutzstrategie

Das oder die Alleinstellungsmerkmale des Produkts oder der Dienstleistung sind der Kern des Nutzenversprechens und deshalb für den Kunden kaufentscheidend. Deshalb stellen sie den Ausgangspunkt für die Entwicklung einer Schutzstrategie dar.

Da die sogenannte „Technizität“ eine grundlegende Voraussetzung für die Patentierbarkeit ist, muss zunächst zwischen technischen und nicht-technischen Alleinstellungsmerkmalen unterschieden werden.

Unter einem technischen Alleinstellungsmerkmal versteht man zum Beispiel die Tatsache, dass mechanische oder chemische Sicherungselemente in verschiedenen Anwendungsbereichen (Eisenbahn, hochdrehenden Maschinen) unterschiedlichen Schutz gegen Lösen, Lockern oder Verlieren bieten (1).

Abb. 1: Verschiedene Lösungsansätze bieten unterschiedlichen Schutz vor ungewolltem Lösen, Lockern oder Verlieren von Schrauben | © inits

Ein nicht-technisches Alleinstellungsmerkmal könnte in obigem Zusammenhang beispielsweise der besonders gute Zugang zu einem Kundensegment oder ein Logistikkonzept sein, das dem Kunden eine Verfügbarkeit rund um die Uhr sicherstellt.Abbildung 1: Verschiedene Lösungsansätze bieten unterschiedlichen Schutz vor ungewolltem Lösen, Lockern oder Verlieren von Schrauben

Die Wahl des geeigneten Schutzinstrumentes

Sind einmal die Alleinstellungsmerkmale identifiziert, gilt es aus den zur Verfügung stehenden Schutzinstrumenten das passende für das dahinterstehende geistige Eigentum auszuwählen. Prinzipiell unterscheidet man (i) gewerbliche Schutzrechte, (ii) das Urheberrecht und (iii) die Geheimhaltung (Abb. 2).

Abb. 2: Schutzinstrumente für geistiges Eigentum | © inits

Gewerbliche Schutzrechte als Investition

Die Kosten für eine Patentierung sind enorm. Laut einer vom Roland Berger im Auftrag des europäischen Euopäischen Patentamts durchgeführten Studie kostet ein europäisches Patent, das in sechs Staaten validiert wurde, über eine Zeitraum von 10 Jahren ab Erstanmeldung ca. EUR 32.000,-.

Auch wenn es Förderprogramme zum Schutz des geistigen Eigentums gibt, ist es wichtig bei der Entwicklung und Umsetzung einer Schutzstrategie immer den Schutz des Alleinstellungsmerkmals vor Augen zu haben.

Grundsätzlich gilt: Je früher man sich dem Thema IP Management widmet, umso größer sind die Chancen, dass man als Startup in einen Inkubator aufgenommen wird. Ein durchdachtes und belastbares Konzept zum Umgang mit fremdem und eigenem geistigen Eigentum sollte Teil jeder Bewerbung sein.

START:IP – Von der Diensterfindung zum Geschäftsmodell

Einen eleganten Weg sich den Gang zum Patentamt zu ersparen oder ihn zumindest abzukürzen, bietet übrigens START:IP von INiTS. Potentiellen Gründern werden nämlich nicht nur fertige HighTech Erfindungen aus wissenschaftlicher Forschung angeboten. Bei der kürzlich gestarteten Initiative des Uni Inkubators sind darüber hinaus die Patent- und eigentumsrechtlichen Voraussetzungen für die Erfindungen in der Regel geklärt. Nach erfolgter Anmeldung auf www.startip.at und Bezahlung einer geringfügigen Teilnahmegebühr bekommt der zukünftige Entrepreneur vollen Zugang zu allen Technologieangeboten und zum Team Building Event. Bei diesem stehen neben der Suche nach dem geeigneten Gründerteam die Auswahl der passenden Technologie im Mittelpunkt. Danach hat der Gründer mehrere Monate Zeit um an seiner Geschäftsidee zu feilen und – ganz wichtig – das Optionsrecht auf die gewünschte Erfindung zu ziehen.

Autoren: Mag. Erwin Hemetsberger, MBA (Head of Marketing& PR bei inits)

Dr. Markus Pietzka (Projektleiter START:IP und IP-Experte)

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