Interview mit appful.io

(c) appful.io

Das Smartphone ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken und gerade für viele Startups und Jungunternehmern, neben dem Laptop, das wichtigste Arbeitsmittel für unterwegs.

 

Und die App am Handy wird dabei immer essentieller! Man organisiert sich mit seinen Teamkollegen, man betreut seine Socialmedia-Kanäle, checkt seine Mails, oder macht Fotos.

Nur wenige Startups können es sich leisten ihr Produkt nicht zusätzlich als App zur Verfügung zu stellen. Denn ganz ehrlich, wer sucht unterwegs denn tatsächlich nach der Website, wenn der Click zur App doch so viel einfacher, gemütlicher und meist personalisierter ist.

Dass eine qualitativ hochwertige App nicht teuer sein muss, beweist appful.io, die mit einem super Preis-Leistungsverhältnis punkten können und deren Gründer, Jürgen Ulbrich und Oskar Neumann, auch noch wunderbar sympathisch sind.

 Stellt doch bitte appful.io mal kurz vor!

Wir machen Apps für Blogger und YouTuber, die einfach alles andere in den Schatten stellen und einfach auch besser als der Rest sind. Design ist dabei ein wirklich wichtiger Punkt bei uns, aber natürlich auch die Performance. Apps sollten einfach zu bedienen sein und auch im Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen.

Und wie seid ihr auf die Idee gekommen ein Startup zu gründen?

Die Idee ist durch mein Onlinemagazin „Apfellike“ entstanden. Wir haben damals sehr lange Entwickler für eine App für das Magazin gesucht. Und zum Glück kam dann Anfang 2014 der Oskar. Lustigerweise hat er im Rahmen eines Quizzes unser Magazin angeschrieben und sich als iOS-Entwickler vorgestellt. Ich habe ihn dann eigentlich nur mehr fragen müssen, ob er sich vorstellen könnte für unser Magazin eine App zu machen und eine Woche später war sie dann auch schon da. Und sie ist extrem erfolgreich und hat super gutes Feedback bekommen. Außerdem hat sie uns sehr bei den Werbeeinnahmen geholfen, da der mobile Markt immer wichtiger wird. Das war der Moment in dem wir beschlossen haben, ok, wir müssen sowas auch für andere Blogger machen. Wir haben uns zusammengesetzt und ein Jahr lang an dem Projekt „appful.io“ getüftelt.

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Jürgen und Oskar

Bei Apfellike seid ihr ja bereits ein sehr großes Team, wie schaut es bei appful.io aus?

Noch sind wir kleiner! Gegründet wurde appful.io von mir und dem Oskar. Und dann haben wir noch ein drittes Teammitglied, das sich im Moment um die Umsetzung für Android kümmert.

Wieso solltet ihr den Auftrag zur Entwicklung einer App bekommen? Wo liegt euer USP?

Ganz vorne liegen auf jeden Fall die hohe Qualität, das moderne Design, die einfache Bedienung, die Animationen und natürlich die Performance. Zusätzlich können Unternehmen und Blogger auch ihre App nach ihren Vorlieben gestalten. Dafür bieten wir ihnen einen direkten Support an.

Gab es bisher gröbere Probleme zum Bewältigen?

Im Bereich „Steuern“ hatten wir einige Schwierigkeiten. Am liebsten hätten wir ja gleich in den USA gestartet. Der Plan ist aber derzeit wieder auf Eis gelegt, nachdem wir erfahren haben, was da für Aufwendungen auf uns zukommen würden, wie zum Beispiel eine eigene Steuererklärung. Daher auch der Plan, dass wir uns erst mal auf Europa konzentrieren und hier im Speziellen in einigen wenigen Ländern richtig durchstarten.

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Und wie schaut eure Finanzierungsmethode aus?

Wir haben ein monatliches Abonnement, das einmal im Jahr gezahlt werden muss. Für dieses Abo haben wir drei verschieden Preisstufen mit unterschiedlichen Zusatzfeatures.

Falls ein Startup individuelle Wünsche hat, bieten wir außerdem, wie vorhin schon erwähnt, verschiedene zugeschnittene Preispakete an. So können wir auch wirklich alle Anforderungen umsetzen und qualitative Produkte verkaufen. Interessant ist auch noch, dass wir gerade versuchen von Google-Ads wegzukommen. Innerhalb der von uns entwickelten Apps versuchen wir mit unseren Kooperationspartnern ein eigenes Werbenetzwerk aufzubauen um das Feature der Werbung zu optimieren und zu vereinfachen.

Und woher kamen die Mittel, die ihr bis jetzt in appful.io reingesteckt habt?

Im Großen und Ganzen haben wir uns selbst finanziert, da wir noch keine großen Investitionen benötigt haben. Das größte Investment war und ist immer noch „Zeit“.

Hattet ihr auch professionelle Hilfe von Dritten oder habt  ihr wirklich auf gut Glück den Schritt ins kalte Wasser gewagt?

Wir hatten eigentlich nie einen Mentor. Aber es kommen immer wieder Freunde und Bekannte, die uns mit Kontakten weiterhelfen, aber auch andere Ratschläge bieten können. Bei so schwierigen Themen, wie steuerliche und juristische Fragen konnten wir bisher sehr oft auf Beziehungen zurückgreifen, die uns dann sehr geholfen haben.

Neben einem Onlinemagazin und appful.io, was treibst du so neben dem Gründen?

Im Moment mache ich noch meinen Zivildienst, danach möchte ich studieren. Das kommt aber ehrlich gesagt auch darauf an, wie sich appful.io entwickelt. Wenn ich merke, ich brauche viel mehr Zeit für das Startup neben dem Studium, dann liegt mein Fokus mit Sicherheit eher auf appful.io als auf meinem Studium!

Das heißt deine Work-Life-Balance verschiebt sich gerne mehr Richtung Arbeit?

Nein, ich würde sagen, die ist eigentlich sogar gut ausbalanciert! Von Beziehung, zu Freunden und bis hin zum Sport ist es mir wichtig, dass alles ganz gut parallel läuft. Aber natürlich muss man hier und da ein wenig zurückschrauben. Einen Abend muss man zum Beispiel weniger fortgehen, oder einen Freund weniger treffen, dann geht das schon.

Dein Blick in die Zukunft, wo seht ihr euch in drei Jahren?

In drei Jahren sehen wir uns als Marktführer bei Apps für YouTube-Kanäle und WordPress-Blogs, da wir mit Abstand viele Sachen besser machen als die Konkurrenz. Wir haben viel schnellere Ladezeiten und legen ein großes Augenmerk, wie gesagt, auf das Design. Unserer Meinung nach liegt ganz besonders bei den YouTube-Kanälen das große Potenzial. Daher wollen wir in diese Richtung unsere Dienste auf alle Fälle weiter ausbauen um dort unsere Position stärken zu könnnen.

Für deine jungen Jahre, hast du ja echt schon einiges an Erfahrung gesammelt, welche Tipps würdest du nun weitergeben?

Ich hab immer ganz viele Idee und dann denke ich einfach ein paar Wochen darüber nach, ob die Idee funktionieren könnte und wie sie funktionieren könnte. Ich diskutiere mit meinen Freunden über die Idee und fange im nächsten Schritt an diese dann auszuprobieren, beziehungsweise ein paar Tests zu machen.

Das Design ist meiner Meinung nach auch noch ein ganz essentieller Punkt. Mit einem guten Design ist schon mal ein wichtiger Schritt in Richtung Umsetzung einer Vision getan. Zusätzlich dazu empfehle ich auch auf jeden Fall die richtigen Leute zu suchen.

Und als letzten Tipp: dran bleiben! Sich immer schön selbst Druck machen, auch wenn wenig Zeit da ist. Denn wenn man einmal den Fokus verloren hat, fängt das Projekt an zu scheitern.

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